Zwei Azubis an der Uni

Ausbildungs-Trio: Ralf Bühler, Personalleiter der Universität Witten/Herdecke, mit seinen Azubis Fabian Arendt (23) und Tatjana Zöbisch (22). Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Ausbildungs-Trio: Ralf Bühler, Personalleiter der Universität Witten/Herdecke, mit seinen Azubis Fabian Arendt (23) und Tatjana Zöbisch (22). Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool

Witten.. An der Uni Witten/Herdecke lernen Studenten und lehren Dozenten. Eine andere Berufsgruppe schleicht sich ebenfalls ein: Auszubildende.

Sechs absolvieren eine Lehre im kaufmännischen Bereich, zwölf wollen zahnmedizinische Fachangestellte werden. Tatjana Zöbisch und Fabian Arendt sind zwei von ihnen. Auf den ersten Blick fallen sie nicht auf unter den Studenten. Der Unterschied: Tatjana und Fabian besuchen keine Vorlesungen und Seminare. Sie hilft den Ärzten bei den Patienten und er schreibt unter anderem die Abrechnungen der Studierenden. Unter der Obhut von Personalleiter Ralf Bühler wollen die beiden Azubis ihre Ausbildung erfolgreich abschließen, um vielleicht sogar von der Universität selbst übernommen zu werden. „Wir garantieren keine Übernahme, bilden aber prinzipiell für uns selbst aus“, erklärt Bühler. Schließlich benötigen Zahnklinik und Verwaltung immer wieder neue Kräfte.

Der Grund, eine Ausbildung an der Universität zu wählen, sei die abwechslungsreiche Arbeit, die dort geboten werde. Natürlich haben beide Azubis sich auch in anderen Büros und Praxen beworben. „Aber die Entscheidung fiel im Moment des Probearbeitens“, meint Tatjana. Die 22-Jährige durfte währenddessen schon alle Stationen der eigentlichen Ausbildung durchlaufen. Viel mehr Auswahl und Abwechslung werde ihr an der Uni geboten. „Das kann eine kleine Zahnarztpraxis gar nicht leisten, auch wenn die Lehre dort natürlich ebenfalls umfassend ist“, so Tatjana.

Für Fabian Arendt gilt dasselbe. Um eine Ausbildung als kaufmännischer Angestellter bewarb er sich bei zahlreichen Büros in der Umgebung – und war froh, als er eine Zusage von der Uni bekam. „In anderen Büros habe ich nicht eine solche Entfaltungsmöglichkeit und darf vielleicht nicht von Anfang an so selbstständig arbeiten wie hier. Mittlerweile schreibe ich die Abrechnungen für die studentischen Aushilfen, ein sehr wichtiger Job also, der mir anvertraut wurde“, sagt der Lehrling im zweiten Jahr.

Kontakt zu den Studenten haben die Auszubildenden durch ihre Aufgaben ständig. Ein wenig Studentenleben dürfen also auch Tatjana und Fabian genießen, denn Freundschaften zu den Studierenden entstehen automatisch. Allerdings arbeiten die Zwei auch in den Semesterferien, wenn die Uni wie ausgestorben ist.

1983 begann das Ausbildungsprogramm an der Privat-Uni. 1987 wurde der erste Auszubildende an der Zahnklinik aufgenommen. Jedes Jahr kommen zwei Lehrlinge als kaufmännische Angestellte und vier als zahnmedizinische Fachangestellte hinzu. Neben der Arbeit an der Uni besuchen diese dann auch das Berufskolleg, um ein wenig Theorie zu lernen.

In einem Jahr endet die Lehre für Fabian, in zwei Jahren ist Tatjana fertig. Dann schauen die beiden, wie es weitergeht. Eine Übernahme erhoffen sich die jungen Leute schon. Ralf Bühler: „Das hängt auch vom Azubi ab. Wenn er wirklich gut ist und entsprechende Noten abliefert, lassen wir ihn uns ungerne entgehen.“ Da hilft Tatjana und Fabian nur eins: büffeln und einen guten Job machen.

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