Zufahrt neben dem Kreisel eckt an

Schlachthofstraße: Gegenüber, aber versetzt, liegt die Zufahrt zum Medizinzentrum – rechts Bosch Rexroth mit Werksstraße für die Feuerwehr.Foto:Thomas Nitsche
Schlachthofstraße: Gegenüber, aber versetzt, liegt die Zufahrt zum Medizinzentrum – rechts Bosch Rexroth mit Werksstraße für die Feuerwehr.Foto:Thomas Nitsche
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Pferdebachstraße bekommt zwei neue Kreisverkehre. Die WBG bemängelt: Medizinzentrum und Busfirma werden daran aber nicht direkt angeschlossen.

Witten.. 2017 könnte der Umbau der Pferdebachstraße beginnen. Die Entwurfsplanung liegt auf dem Tisch. Um das Herzstück zwischen Boni und Ev. Krankenhaus ringt Verkehrspolitiker Siegmut Brömmelsiek (WBG) mit Verkehrsplaner Andreas Müller (Stadt Witten).

Zwei neue Kreisverkehre sollen gebaut werden: Der eine bindet die Schlachthofstraße und das Boni-Center (Pkw-Ausfahrt) an, der andere das Krankenhaus und die Westfalenstraße. Was Ratsherren Brömmelsiek (63) auf den Plan ruft, der selbst seit 40 Jahren Fahrlehrer für alle Klassen und auch Ausbilder für Berufskraftfahrer ist, ist die Anbindung der neuen Bebauung auf dem alten Güterbahnhofsgelände bei Bosch Rexroth.

„Ehrenrunde“ am Krankenhaus

Dort wollen Bauherren bald ein neues Medizinzentrum errichten. Kernstück wird eine große Dialysepraxis sein, die dorthin umzieht. Im ersten von geplanten zwei oder drei Bauabschnitten sind 3800 qm für Arztpraxen, Büros und Verwaltung vorgesehen. Hinter diesem Ensemble investiert ein Busunternehmen, das für die Bogestra und die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr fährt. Es baut dort eine Bushalle mit Werkstatt, Waschanlage und Betriebstankstelle. Die Bauanträge sind gestellt, die Baugenehmigungen zwar noch nicht erteilt, aber Vorarbeiten laufen: So wurde der Boni-Mitarbeiterparkplatz auf die andere Seite der alten Güterabfertigung und damit an die Westfalenstraße verlegt.

Mehr als 100 Parkplätze entstehen. Die Stadt rechnet mit zusätzlichen 400 Fahrzeugen pro Tag. Verkehrspolitiker Brömmelsiek kann aber nur den Kopf darüber schütteln, dass das Medizinzentrum und die Bushalle nicht direkt an den nahen Kreisel angebunden werden. Denn das heißt in der Konsequenz: Wer von dort mit einem Pkw oder Bus in Richtung Innenstadt fahren will, muss einen Umweg in Kauf nehmen: Er muss zuerst in Richtung Stockum fahren und am Krankenhaus-Kreisel eine „Ehrenrunde“ drehen. Erst dann kann er in Richtung Ardeystraße fahren.

Brömmelsiek sieht darin ein „planerisches Desaster“ und glaubt, dass auch andere Ratsfraktionen das nicht mitmachen werden: „Wir können doch nicht Millionen in die Hand nehmen, um endlich was Vernünftiges zu bauen, und dann schicken wir die Leute ohne Not durch zwei Kreisel.“

Sachlich lasse sich diese Kritik nicht ganz von der Hand weisen, räumt Verkehrsplaner Andreas Müller ein. Doch habe man alle anderen Varianten durchgespielt: „Es geht nicht anders.“ Direkt an den Kreisel anbinden lasse sich das Medizinzentrum nicht – aus Platzmangel: „Wir müssten weiteres Gelände von Bosch Rexroth zukaufen, dort liegt aber die Feuerwehrumfahrt für das Werksgelände.“

Warum lässt man die Autofahrer, die vom Medizinzentrum kommen, nicht einfach auch nach links abbiegen? Das wäre so nahe am Kreisel mit einem Fußgängerüberweg zu gefährlich, so Müller. „Das Risiko ist dort zu groß.“ Man kenne diese Situation von der Diakonissenstraße und wisse, wie lange man dort brauche, um sich nach links in die Pferdebachstraße einzufädeln. Müller glaubt: „Rechts rein und rechts raus“ sei hier die sauberste und sicherste Lösung.

Umbau Pferdebachstraße zur Förderung angemeldet

Für 2017 hat die Bezirksregierung das Neun-Millionen-Projekt für eine Förderung „vorgemerkt.“ Zwischen Ardey- und Leostraße soll die Pferdebachstraße verbreitert und zur leistungsfähigen Stadtzufahrt ausgebaut werden.

Die Schlachthofstraße wird bis zur Ein-/Ausfahrt des Arbeitsamtes für beide Richtungen geöffnet. Dies gilt auch für ein kleines Stück der Westfalenstraße , im weiteren Verlauf bleibt auch diese Einbahnstraße.

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