Ziehen Flüchtlinge in die Wittener Mannesmannhalle?

Jutta Bublies
Schlange stehen vor dem Kleiderlädchen des Help Kiosks an der Wittener Hauptstraße.Flüchtlinge decken sich dort derzeit mit warmen Sachen ein.Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services
Schlange stehen vor dem Kleiderlädchen des Help Kiosks an der Wittener Hauptstraße.Flüchtlinge decken sich dort derzeit mit warmen Sachen ein.Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services
Foto: Fischer / FUNKE Foto Services
81 weitere Flüchtlinge werden am Montag (26. 10.) und Dienstag in Witten erwartet. Wird die städtische Mannesmannhalle eine Notunterkunft auf Zeit?

Witten.  Krisensitzung am Freitag bei der Bürgermeisterin: Am Montag werden in der Stadt 62 neue Flüchtlinge erwartet, am Dienstag 19 weitere Menschen. Sonja Leidemann besprach mit ihrem Krisenstab verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten. Zunächst hieß es, dass die Wahl auf die städtische Mannesmannhalle gefallen sei. Der Sportverein KSV, der dort Breitensportarten anbietet, wollte am Freitag schon den rechten Hallenteil freiräumen. Die Bürgermeisterin stoppte die Aktion telefonisch.

„Wir prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten für eine Notunterkunft. Die Mannesmannhalle ist eine davon. Die Entscheidung fällt am Montag“, sagte Leidemann. Das Deutsche Rote Kreuz war am Freitag ganz schnell, wollte offenbar schon Betten zur Mannesmannhalle bringen, fuhr dann aber wieder ab, so ein Augenzeuge.

Die Bürgermeisterin: „Dienstag ist Schicht im Schacht“

Sonja Leidemann ging am Freitag davon aus, dass man die 62 Neuankömmlinge am Montag noch in den bisherigen Flüchtlingsunterkünften in der Stadt werde einquartieren können. „Dort werden Doppelstockbetten aufgestellt.“ Am Dienstag aber sei dann „Schicht im Schacht“. „Es sei denn, es melden sich bis dahin noch private Vermieter bei uns.“

Die Bürgermeisterin betonte, dass man bei den Flüchtlingsunterkünften „kurz-, mittel- und langfristig“ denken müsse. Bei der Stadt schließt man nicht aus, dass Witten in der kommenden Woche noch weitere Menschen zugewiesen werden.

Von Ringern belegt

Thomas Altstadt, Vorsitzender des KSV, sagte am Freitag, dass bei einer Einquartierung von Flüchtlingen in einen Teil der Mannesmannhalle der dortige Sportbetrieb eingestellt werden müsse. „Es war vom rechten Hallenteil die Rede und der hat auch einen Zugang zu den Umkleidekabinen.“ Sollte es so kommen, müsse der Verein versuchen, die dort trainierenden 500 Breiten- und Kampfsportler vorübergehend mit in die angrenzende Ostermannhalle zu bekommen. Altstadt: „Nur ist die montags bis freitags von 17 bis 21 Uhr von Ringern belegt. Ich fürchte, für alles wird es dort zu eng sein.“

Im Oktober kamen bereits 239 Flüchtlinge in die Stadt

Laut Stadt leben derzeit 1090 zugewiesene Flüchtlinge in Witten, 192 weitere Menschen in der Landesnotunterkunft Jahnhalle. Behördensprecherin Lena Kücük: „Witten sind im Oktober bislang 239 Flüchtlinge zugewiesen worden. Da sind die Menschen, die Montag und Dienstag kommen, nicht mitgerechnet.“ Bis Juli seien noch durchschnittlich 50 Flüchtlinge im Monat gekommen. Kücük: „Dann waren es 50 wöchentlich. In der kommenden Woche liegt die Zahl noch höher.“