Zahl der Wittener Alltagsfahrradfahrer soll sich verdoppeln

Die 2013 neunzigjährige Barbara Rexilius war Radfahrerin des Jahres .
Die 2013 neunzigjährige Barbara Rexilius war Radfahrerin des Jahres .
Foto: WAZ / FotoPool
Von fünf auf über zehn Prozent soll die Zahl der Radfahrer in den nächsten zehn Jahre steigen, die ihr Velo im Alltag nutzen. Vor allem gilt es, die Stadtteile besser an die City anzubinden. Ein neues, jetzt vom Verkehrsausschuss beschlossenes Radverkehrskonzept soll Witten dem Ziel näher bringen.

Witten.  Seit 1989 wird Witten radtauglich gemacht. Fünf Prozent aller Wittener nutzen inzwischen das Fahrrad als Alltagsgefährt. Doch ihre Zahl soll sich in zehn Jahren mindestens verdoppelt haben – dank besserer Radwege und der E-Bikes. Zudem soll ein neues Radverkehrskonzept – so beschlossen im jüngsten Verkehrsausschuss – mehr Wittenern aufs Rad helfen.

Drei Viertel der Wittener Haushalte besitzen ein Fahrrad. Meist werden diese aber für die Sonntags-Sommer-Tour aus dem Keller geholt und dann über Ruhrtalradweg oder den Rheinischen Esel gerollt. Doch es gibt zusätzlich 21 Kilometer innerstädtische Fahrwege. Dass diese Flicken mal zu einem echten Netz verwoben werden, ist Ziel des Konzepts. „Alle Hauptverkehrsstraßen, die saniert werden, bekommen einen Radstreifen“, sagt Verkehrsplaner Andreas Müller. Vor allem gilt es, die Stadtteile Bommern, Heven, Herbede und Stockum besser an die City anzubinden.

Ingenieurbüro soll Verbindungen erarbeiten

Ein Ingenieurbüro soll nun mögliche Verbindungen erarbeiten. Weil Radwege zum Klimaschutzkonzept gehören, können die Kosten von bis zu 70 000 Euro zur Hälfte durch Fördermittel gedeckt werden.

Auch Firmen will die Verwaltung auffordern, ihre Angestellten aufs Rad zu setzen. Sie sollen zum Beispiel Fahrradständer oder Unterstellhäuschen aufstellen. So etwas gibt es schon bei den Edelstahlwerken oder Bosch Rexroth, das nah am Rheinischen Esel liegt.

Nur noch bestimmte Fahrradständer genehmigen

Laut Müller sollte man aber nur noch Bauanträge für bestimmte Fahrradständer genehmigen. Die Stadt selbst stellt seit Jahrzehnten Stahlbögen auf, an denen man das Fahrrad standsicher am Oberrohr anschließen kann. Sie sind praktischer, wenn man ein Kind in den Fahrradsitz heben möchte.

Schlechter kommen Fahrradständer weg, an denen man nur das Vorderrad abschließen kann – wie am Herbeder Rathaus der Medizin. Die Bügel sollten zudem nicht zu nah stehen. Andreas Müller: „Die Ständer am Bahnhof sind häufig überfüllt.“

Umfrage zum „Fahrradklima“ in Witten

Wittener selbst können noch bis Ende November an einer Umfrage zum „Fahrradklima“ in ihrer Stadt teilnehmen. Der ADFC, der auch das Radverkehrskonzept anstieß, führt diesen Test bundesweit durch. 2012 kam Witten bei den 68 Teilnehmern nicht besonders gut weg. Es landete auf Platz 207 von 252. Die erste Vorsitzende des ADFC im EN-Kreis, Susanne Rühl: „Aber Radfahrer werden heutzutage auch immer kritischer.“

 
 

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