Workshops holen Wittener Kulturakteure an einen Tisch

Reinhart Richter (stehend) moderierte den Prozess der Kulturentwicklungsplanung. Am Samstag fand im Saalbau der fünfte Workshop statt.
Reinhart Richter (stehend) moderierte den Prozess der Kulturentwicklungsplanung. Am Samstag fand im Saalbau der fünfte Workshop statt.
Foto: Walter Fischer
Der Kulturentwicklungsplan (KEP)des Landschaftsverbands endete am Wochenende. Kulturaktive, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter fanden dort wieder zusammen.

An fünf Terminen wurde in Workshops und Kleingruppen diskutiert, mal kontroverser und lauter, mal ruhiger und konstruktiver. Dass sie am Ende ein gemeinsames Ergebnis erzielen und konkrete Pläne für die Kulturförderung der kommenden Jahre aufstellen würden, hätten einige Teilnehmer des Kulturentwicklungsplans (KEP) vorab wohl kaum für möglich gehalten. Doch bei der letzten Sitzung am Samstag fanden Kulturakteure, Verwaltungsmitarbeiter und Politiker in vielen Bereichen doch noch zusammen.

Die große Frage vorab war: Schafft es der unabhängige Kulturberater Reinhart Richter, Moderator des Pilotprojektes vom Landschaftsverband-Westfalen-Lippe, die Kritiker der Kulturpolitik aus Vereinen und freier Szene mit Politikern und Mitarbeitern des Kulturforums an einen Tisch zu bringen? „Es war weitaus schwieriger als in anderen Städten“, resümiert Richter. „Die Probleme haben eine Entwicklungsgeschichte: Kulturaktive hatten das Gefühl, dass sie bei der Kommunalpolitik kein Gehör finden – und keine Wertschätzung ihrer Arbeit.“ Die gemeinsamen Diskussionen im Rahmen des Kulturentwicklungsplans hätten geholfen, die verhärteten Fronten aufzuweichen. Richter: „Nach der letzten Sitzung sehe ich gute Chancen, die Konfliktbereiche konstruktiv aufzubereiten und gemeinsam eine starke Zukunftsorientierung umzusetzen, damit die Potenziale in Witten genutzt werden.“

Um die Situation langfristig zu verbessern, einigten sich die Teilnehmer des KEP auf verschiedene Maßnahmen, um kulturpolitische Entscheidungen transparenter zu machen. Zweimal im Jahr wollen Verwaltungsrat und Kulturforumsvorstand Dirk Steimann künftig einladen und Rede und Antwort stehen. Zusätzlich könne ein „Runder Tisch“ wiederbelebt werden, an dem sich Künstler und Kulturinteressierte austauschen und informieren können.

Eine große Rolle bei der konkreten Projektplanung spielten Leerstände: Freie Geschäftsräume könnten über neue Plattformen angeboten und von Künstlergruppen zu kleinen Preisen auf kurze Zeit gemietet werden, schlug eine Arbeitsgruppe vor. Um die Kultur besser zu vermarkten, wünschten sich viele Teilnehmer einen zentralen und übersichtlichen Online-Veranstaltungskalender. Um auch Jugendliche zu erreichen, sollen künftig Schulen angesprochen und verstärkt in Wittener Kulturinstitutionen gelockt werden.

Die kompletten Ergebnisse des KEP sollen jetzt dem Verwaltungsrat des Kulturforums vorgelegt und danach zur Abstimmung in den Stadtrat eingebracht werden.

 
 

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