Wohin mit dem Wohnmobil in Witten?

Favorit: Versteckt liegt der Parkplatz an der Feldstraße: Ein Fußweg führt von hier über eine Brücke über die A 43 auf direktem Weg zum Stausee. FotOS:Jürgen Theobald
Favorit: Versteckt liegt der Parkplatz an der Feldstraße: Ein Fußweg führt von hier über eine Brücke über die A 43 auf direktem Weg zum Stausee. FotOS:Jürgen Theobald
Foto: FUNKE Foto Services
Ratsherr will Touristen nach Witten locken. Freizeitgesellschaft brachte Zollhaus ins Spiel. Stadt will dort aber nicht noch mehr Verkehr erzeugen.

Witten.  Ratsherr Wolfgang Wiedemeyer (64) von der Wittener Bürger Gemeinschaft (WBG) hat die Initiative dafür ergriffen, dass Witten einen ausgewiesenen Stellplatz für Wohnmobile bekommt.

Notlösungen für eine Nacht gibt es: Parken mit dem Wohnmobil ist zulässig, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Übernachten auf einem öffentlichen Platz „zum Zwecke der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ ist nach gängiger Auslegung der Straßenverkehrsordnung erlaubter „Gemeingebrauch“. Sobald einer aber eine Markise ausfährt oder einen Tisch rausstellt, beginnt die genehmigungspflichtige Sondernutzung.

Das ist nicht, was Wiedemeyer vorschwebt. Der pensionierte Hauptbrandmeister, seit einem Jahr selbst Besitzer eines Heims auf Rädern, möchte Witten richtig attraktiv für Wohnmobil-Touristen machen. Die natürlichen Reize sind für ihn gegeben – mit dem Stausee, dem Muttental und dem Ruhrtalradweg: „Viele haben die Räder ja hinten drin.“ Was aus seiner Sicht fehlt, ist ein Platz für mindestens zehn Wohnmobile in guter Lage, ordentlich befestigt, so dass man bei Regen nicht im Schlamm versinkt, mit Strom- und Frischwasseranschluss und der Möglichkeit, Grauwasser (Dusche, Spüle) sowie den Inhalt der Toilettenkassette zu entsorgen. Der nächste Platz dieser Art liegt in Hattingen – Tagestarif ab sieben Euro.

Drei Standorte vorgeschlagen

Drei denkbare Standorte in Stausee-Nähe fielen Wiedemeyer ein. Er sprach Stadtmarketing-Chefin Inge Nowack darauf an, die den Eigentümern gleich eine Anfrage schickte. Ergebnis: Der Ruhrverband winkte für die Zeche-Holland-Straße (Nähe Skaterpark) ab, weil seine Kläranlage Touristen stören könnte – was Wiedemeyer verwundert, denn die Kläranlage soll doch aufgegeben werden. Variante zwei – hinter dem Herbeder Rathaus – ist aus dem Spiel. Dort werden jetzt Seniorenwohnungen gebaut. Den dritten Vorschlag, den Parkplatz an der Feldstraße, verwarf die Freizeitgesellschaft Kemnade – zunächst – wegen fehlender Anschlüsse. Sie machte einen Gegenvorschlag: eine Grünfläche hinter dem Lohmann-Parkplatz am Zugang zur Herbeder Hundewiese. Da könne man die Infrastruktur des Zollhauses mitnutzen.

Diese Lösung hätte Wolfgang Wiedemeyer auch gefallen. Dort, meint er, könnten die Wabe-Leute vom Zollhaus doch gleich die Aufsicht mit übernehmen. Der WBG-Ratsherr forderte die Stadt Witten per Antrag auf, darüber mit der Freizeitgesellschaft zu sprechen.

Stadt hält Standort Zollhaus für nicht geeignet

Auch das ist schon geschehen. Doch die Stadt selbst hält diesen Standort wegen der Verkehrslage für ungeeignet. „Dort gibt es wegen der Hundewiese schon Park-Such-Verkehr, es sind viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs, da wollen wir mit einem Wohnmobilstellplatz nicht noch zusätzlichen Verkehr anlocken“, erläutert Stadtsprecher Helmut Sonder.

Die Stadt hat die Freizeitgesellschaft Kemnade deshalb gebeten, doch noch einmal den Standort Feldstraße in Erwägung zu ziehen. Diese Prüfung läuft.

Stellplätze für Reisemobile

Auf dem Dauercampingplatz Steger machen Wohnmobile vereinzelt Station. Die Zufahrt durch die Uferstraße ist eng. Strom kann gelegt werden. Pro Tag: 8 €, plus 4 € pro Person.


Das Reisemobil-Center Josuweck (Pferdebachstraße) bietet auf seinem Hof fünf Reisemobil-Stellplätze ohne Anschlüsse an. die Nutzung ist kostenfrei.

 
 

EURE FAVORITEN