Wittens Wirtschaftsförderer will Bürgermeister werden

Klaus Völkel leitet seit 2010 die städtische Wirtschaftsförderung. Vorher war er persönlicher Referent von Bürgermeisterin Sonja Leidemann und deren Vorgänger Klaus Lohmann.
Klaus Völkel leitet seit 2010 die städtische Wirtschaftsförderung. Vorher war er persönlicher Referent von Bürgermeisterin Sonja Leidemann und deren Vorgänger Klaus Lohmann.
Foto: Walter Fischer
Diesen Namen hatten viele nicht auf dem Zettel. Klaus Völkel, Leiter der Wirtschaftsförderung, wird bei der SPD als Bürgermeisterkandidat gehandelt.

Witten..  Bei der schwierigen Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten fällt in der SPD immer öfter der Name von Klaus Völkel. Der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung würde es machen, im Gegensatz zum Ersten Beigeordneten Frank Schweppe, der nicht gegen seine eigene Chefin antretren will, Amtsinhaberin Sonja Leidemann. Aber noch ist das Rennen innerhalb der SPD um den Spitzenkandidaten nicht gelaufen.

Die Ortsvereine können Bewerber noch bis zum 6. Februar vorschlagen. „Wir sind mitten im Verfahren, das abzuwarten bleibt“, erklärt Parteichefin Christel Humme. Der oder die Kandidatin soll in der Haupt- und Vertreterversammlung am 7. März gewählt werden.

Bislang haben sich erst Stockum, Herbede und Ardey/Borbach aus der Deckung getraut. Sie setzten sich für Leidemann ein, die innerparteilich bekanntlich umstritten ist und noch nicht gesagt hat, ob sie überhaupt eine dritte Amtszeit anstrebt. Bliebe es bei drei von 13dike Ortsvereinen, die sie vorschlagen, wäre ihr Rückhalt zumindest in der SPD denkbar schwach.

Mitglied im Ortsverein Hüllberg

Welche Ortsvereine Völkel favorisieren, ist noch nicht ganz klar. Er selbst gehört Hüllberg an, dessen Vorsitzender Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann ist. Er fühle sich geehrt, gefragt worden zu sein, sagt der 55-Jährige. Dass er gegen seine eigene Chefin antreten könnte, deren persönlicher Referent und Redenschreiber er früher war, bereitet dem Amtsleiter und Geschäfsführer der Forschungszentren FEZ und ZBZ keine Probleme. „Das ist ein demokratischer Prozess.“

Anders als manche Kritiker, auch in der eigenen Partei, die ihn für zu farblos und zu wenig durchsetzungsfähig halten, traut sich der studierte Geschichts- und Sozialwissenchaftler den Job durchaus zu. Völkel sähe sich gerade als Vermittler in schwierigen Zeiten, der es versteht, unterschiedliche Gruppen zusammenzuführen.

Bislang nur Völkel und Leidemann im Gespräch

Bei der SPD tauchen bislang nur Völkel und Leidemann als mögliche Kandidaten auf – aber wie gesagt, die Vorschlagsfrist endet erst in gut drei Wochen. Vom Koalitionspartner im Rat, der CDU, hört man noch nichts. Auch hier gilt: Das Projekt „Kandidatensuche“ ist offiziell gerade erst angelaufen. „Vor Februar gibt’s da keine Meldung“, erklärt Parteichef Ulrich Oberste-Padtberg (47). Ob sich seine Partei mit einem gemeinsamen (SPD-) Kandidaten anfreunden könnte, dazu wollte er sich am Donnerstag (15.1.) nicht äußern. Er höre das erste Mal von einer möglichen Kandidatur des Wirtschaftsförderers.

Völkel, seit 1986 in der SPD, hält sich selbst für jemanden, der kompromissbereit ist und den Ausgleich sucht. Das könnte ihm nicht nur im Rat („gutes Verhältnis zu allen Fraktionen“), sondern auch in der eigenen Partei zugute kommen, die immer noch in zwei Lager gespalten ist: hier die Leidemann-Gegner, da die Anhänger.

„Entdeckung“ von Alt-Bürgermeisterr Klaus Lohmann

Nicht ohne Pikanterie: Wie schon Sonja Leidemann gilt auch Völkel parteiintern als eine „Entdeckung“ von Klaus Lohmann. Als Lohmann noch Bundestagsgeordneter war, war Völkel dort sein persönlicher Referent – und als solchen hatte Lohmann ihn auch in seinen letzen Dienstjahren als hauptamtlicher Bürgermeister ins Rathaus geholt.

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