Wittens Bürgermeisterin scheitert mit Berufung in Düsseldorf

Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann unterstützt seine Nachfolgerin Sonja Leidemann auch beim Kampf ihren Verbleib in der SPD. Er hatte sie am Samstag zur Landesschiedskommission nach Düsseldorf begleitet.
Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann unterstützt seine Nachfolgerin Sonja Leidemann auch beim Kampf ihren Verbleib in der SPD. Er hatte sie am Samstag zur Landesschiedskommission nach Düsseldorf begleitet.
Foto: Funke Foto Services
Die Landesschiedskommission der SPD hat die Berufung von Bürgermeisterin Leidemann gegen ihren Parteiausschluss abgelehnt. Sie will weiter kämpfen.

Witten..  Bürgermeisterin Sonja Leidemann hat mit ihrer Berufung gegen den Parteiausschluss beim Land Schiffbruch erlitten. Die Schiedskommission bestätigte am Samstag (8.8.) in Düsseldorf die Entscheidung des EN-Unterbezirks. Als letzte Instanz bleibt der 55-Jährigen nun nur noch der Bundesvorstand in Berlin.

Eine schriftliche Begründung werde erst in einer Woche vorliegen, teilte Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann mit, der Leidemann begleitet hatte. Er bestätigte die Ablehnung der Berufung. Den Kampf um Leidemanns Verbleib in der Partei wollen beide aber nicht aufgeben. Lohmann: „Jetzt gehen wir nach Berlin.“ Es ist aber unwahrscheinlich, dass die Bundespartei die ungebliebte Genossin aus Witten noch vor der Bürgermeisterwahl am 13. September anhören wird. Das bedeutet: Leidemann geht voraussichtlich als SPD-Mitglied ins Rennen.

Heven hatte Ausschluss beantragt

Genau das wollten der EN-Unterbezirk – also die Kreispartei – und Leidemann-kritische Ortsverein verhindern. Heven hatte seinerzeit den Ausschluss beantragt der dann von einer Schiedskommission des Unterbezirks in die Tat umgesetzt wurde. Die Begründung lautete sinngemäß: Es verträgt sich nicht mit den Parteistatuten, dass ein SPD-Mitglied (Leidemann) gegen den von der Partei offiziell nominierten Kandidaten (Schweppe) antritt. Soll heißen: Zwei Bürgermeisterbewerber, die auf SPD-Ticket unterwegs sind, das geht gar nicht.

Nun tritt Leidemann als überparteiliche, unabhängige Kandidatin an – die sich aber der Unterstützung einiger Genossen immer noch sicher weiß. So steht der Ortsverein Herbede nach wie vor hinter der seit elf Jahren amtierenden Bürgermeisterin. Sie selbst bestätigte, nun an die Bundesschiedskommission herantreten zu wollen, „schon aus Prinzip“.

Gleiches Recht für alle in der SPD?

Nach Meinung von Leidemann-Anhängern beurteilt die Partei ähnlich gelagerte Fälle offenbar unterschiedlich. So wollen sie jetzt erfahren haben, dass der Bürgermeister von Bad Oeynhausen, ein SPD-Mitglied, wie Leidemann aus dem Amt heraus gegen den von der SPD aufgestellten Kandidaten antritt – der Landesvorstand sich damit aber nicht beschäftige.

Kurz vor der Anhörung Leidemanns soll ihre Facebook-Seite am Freitag (7.8.) gesperrt worden sein. Sie selbst könne nichts mehr eingeben, so die Bürgermeisteiirn am Sonntag (9.8.). Da hatte man die Ursache noch nicht gefunden. Ein Hacker-Angriff auf Wittens Stadtoberhaupt?

 
 

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