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Wittenerin stellt besonderes Berufsschulprojekt vor

Spaziergang mit Pferden: Berufsschülerin Lisa Scholz (l.) und ihr fleißiges Helfer-Trio Silvia Sorge, Udo Ohly (M.) und Jörg Werda.
Foto: Detering
Lisa Scholz macht eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. Für ein Schulprojekt arbeitet sie mit behinderten Menschen auf dem Trantenrother Hof.
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Witten..  Lisa Scholz liebt Pferde über alles und mag die Arbeit mit behinderten Menschen. Und sie muss während ihrer Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin am Comenius-Berufskolleg mal wieder ein eigenes Projekt auf die Beine stellen. Was also lag näher, als alles miteinander zu kombinieren. So kommt es, dass die 22-Jährige Hevenerin nun eine Zeit lang mit drei Leuten aus dem Lebenshilfe-Wohnheim an der Dortmunder Straße auf dem Trantenrother Hof mithilft.

Der Hof liegt nur wenige Gehminuten von ihrem Elternhaus an der Oberkrone entfernt. Und Lisa Scholz kennt ihn seit ihrer Kindheit. „Ich habe da reiten gelernt“, sagt sie. Seitdem zieht es sie immer wieder dorthin – bei Festen oder eben zum Arbeiten. Den Hühnerstall ausmisten, Äpfel ernten, das Schafgehege von Brennnesseln und Ästen säubern, sich um die Pferde kümmern: All das hat sie mit den Menschen aus dem Wohnheim – Udo Ohly, Jörg Werda und Silvia Sorge – gemacht. „Die Aktivität im Freien und vor allem der Kontakt zu Tieren tut ihnen gut. Es ist ein Ausgleich zur Arbeit in der Werkstatt“, sagt Lisa Scholz.

Sie ist im dritten Jahr ihrer praxisintegrierten Ausbildung. Zwei Tage pro Woche geht sie zur Schule, den Rest arbeitet sie in eben jenem Wohnheim der Lebenshilfe, im Schichtdienst. „Dort gibt es mehrere Mitarbeiter, die schon mal ihren Hund mitgebracht haben.“ Weil das stets gut bei den Menschen mit Handicap ankommt, hatte Lisa die Idee mit dem Trantenrother Hof.

Dessen Besitzer Nina Poll und Bert Schulze-Poll unterstützen das Projekt tatkräftig. Ebenso wie Angela Detering (23), die im Wohnheim arbeitet. Alle zwei Wochen mittwochs ist die Truppe mehrere Stunden lang auf dem Hof im Einsatz. Mitte November zum letzten Mal. „Wir haben alle riesigen Spaß“, sagt Lisa. Natürlich bleibt dabei auch Zeit für Schmusestunden mit den Tieren. Oder zum Blumen pflücken.

Auf großen Pappen dokumentiert Lisa Scholz die Arbeit am Projekt. Etliche Fotos hat sie darauf geklebt. Ihr Ziel sei es gewesen, bei den drei Bewohnern ein „Wir-Gefühl“ zu entwickeln. Auch sollten sie durch die unterschiedlichen Tätigkeiten mehr Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen. Die entspannten Gesichter auf den Fotos sprechen für sich. „Sie haben gezeigt, dass sie wunderbar im Team arbeiten können“, lobt Lisa.

Im Februar wird die junge Frau ihr Projekt am Berufskolleg präsentieren. Im April steht die schriftliche Prüfung an, im Juli die mündliche. Wenn alles gut geht, ist die Ausbildung damit beendet. Und dann? Weil sie schon immer „irgendwas mit Pferden“ machen wollte, wird sie sich in Richtung Reittherapie orientieren. Sich irgendwann vielleicht den Traum vom Bauernhof erfüllen. „Ich bin ein Naturkind“, sagt Lisa Scholz, die in Witten aufwuchs, hier die Hellweg- und die Otto-Schott-Realschule besuchte. Den Bundesfreiwilligendienst absolvierte sie in der integrativen Kita am Helenenberg. Dort lernte sie die Arbeit mit behinderten Menschen kennen. „Das war eine Herausforderung.“ Eine, der sie sich immer wieder stellt.

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