Wittenerin geschockt über Missbrauch ihrer Pferde in Hagen

Pferdeliebhaberin Marion Klocke ist entsetzt darüber, was ihrer Stute „Dinards Dream“ offenbar angetan wurde.
Pferdeliebhaberin Marion Klocke ist entsetzt darüber, was ihrer Stute „Dinards Dream“ offenbar angetan wurde.
Foto: privat
Bilder einer Überwachungskamera liefern den Beweis: Das Pferd einer Wittenerin wurde auf einer Weide in Hagen missbraucht. Die 55-jährige Pferdeliebhaberin hatte die Kamera installiert, weil ihr das Verhalten der Tiere merkwürdig vorkam. Am Freitag kam es dann zu der entsetzlichen Tat.

Witten.. Das Pferd einer Wittenerin ist Opfer eines Tierschänders geworden. Als Marion Klocke Fotos einer Überwachungskamera ihrer Weide in Hagen auswertete, sah sie einen Mann, der am frühen Morgen Hand an eine ihrer Stuten anlegte. „Das war Missbrauch“, ist sie sich sicher. Nun ermittelt die Polizei.

Seit anderthalb Wochen hatte die 55-Jährige die Kamera installiert. „Die Pferde hatten sich auf einmal merkwürdig verhalten. Wir dachten zuerst an Krankheit.“ Stute „Banira“ habe sich in die Hocke gesetzt, „wenn man ihr an den Schweif kam“, was völlig unnormal sei. „Lady“ wurde plötzlich hyperaktiv und „Dinards Dream“ „immer träger und träger“. Sicher ist wohl, dass ein Unbekannter „Dinards Dream“ am Freitag (22.8.) missbraucht hat. Auf einem Foto der Überwachungskamera ist zu sehen, wie ein Mann seine Hand unter den Schweif des Tieres steckt und sich später die Hose hochzieht.

„Womöglich hat er sie sich gefügig gemacht“

„Ich kann gar nicht beschreiben, was für Gefühle in mir vorgingen, als ich die Bilder gesehen habe“, sagt Marion Klocke entsetzt. Ob den anderen beiden verhaltensauffälligen Stuten „Banira“ und „Lady“ auch etwas angetan wurde, könne man anhand der Bilder nicht genau feststellen. Zu sehen sei aber, wie der Mann den Tieren die Hand hinstreckt und sie wohl füttert - „womöglich hat er sie sich gefügig gemacht“. Die 55-Jährige befürchtet zudem, dass der mutmaßliche Tierschänder den Pferden Beinfesseln angelegt haben könnte, um sie ruhig zu stellen. Sie kommen etwa bei Tierärzten zum Einsatz.

Die Pferdeliebhaberin ist sicher, dass der Täter ein Profi ist. „Das muss jemand sein, der sich mit Pferden auskennt. Jemand, der Angst vor ihnen hat, würde das nicht machen. Wenn die Tiere austreten, kann das sehr gefährlich sein.“ Und es müsse jemand sein, der sich auf ihrem 4,5 Hektar großen Gelände mit insgesamt acht Pferden auskennt. „Er wusste genau, wo er hergehen kann und wo nicht.“

Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch

Die Ruhrstädterin hat Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt nun - wegen Hausfriedensbruch, nicht wegen Tierquälerei. „Dann müssten die Tiere Verletzungen aufweisen. Und das ist nicht der Fall“, sagt eine Sprecherin. Bei ihren bisherigen Ermittlungen hatte die Polizei noch keinen Erfolg. Beamte hatten seit Freitag jede Nacht die Weide kontrolliert, das Gelände mit Taschenlampen ausgeleuchtet.

„Dass unser offener Stall Gefahren bietet, haben wir jetzt erfahren müssen“, sagt Marion Klocke. Sie überlegt nun, trotz verstärkter Polizeipräsenz den Schutz ihrer Pferde in die eigene Hand zu nehmen und einen Detektiv zu beauftragen oder eine Nachtwache zu organisieren.

 
 

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