Wittener Zirkus Antoni bangt um seine Existenz

Schwere Sturmschäden beim Circus Antoni aus Witten. Ramona Tränkler zeigt einen Kostenvoranschlag von bald 9000 Euro für die Schäden an den Tierzelten.
Schwere Sturmschäden beim Circus Antoni aus Witten. Ramona Tränkler zeigt einen Kostenvoranschlag von bald 9000 Euro für die Schäden an den Tierzelten.
Foto: WAZ
Der heftige Sturm von Pfingstmontag zerstörte Wohnwagen und das große Stallzelt für die Tiere beim traditionsreichen Wittener Zirkus-Unternehmen Antoni. Ein neues kann die Zirkusfamilie Tränkler nicht bezahlen. Nun hofft sie auf Spenden.

Witten..  Schlimm steht es um den Wittener Zirkus Antoni: In den letzten Jahren hatte die Familie mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen, so dass die Einnahmen drastisch zurückgingen. Eine Versicherung hat die Familie Tränkler zum Beispiel nicht mehr. Nun wurden Artisten und Tiere durch den Sturm „Ela“ stark gebeutelt. Unter anderem wurde ein Stallzelt komplett zerstört. Für die Tränklers geht es um die Existenz.

„Gestern fiel die Vorstellung schon wieder aus“, stellt Ramona Tränkler ernüchtert fest. „Das geht seit fünf Wochen so. Wir haben überhaupt keine Ersparnisse mehr.“ Zurzeit stehen die blau-roten Zelte auf der Wiese unterhalb der Ruhrbrücke nach Herbede, neben der Brennerei Sonnenschein.

Lamas, Pferde, Ponys und ein Kamel grasen friedlich auf einer provisorischen Koppel. Ziege „Heinzi“ läuft einfach so übers Gelände. Sollte es regnen, können die Pferde und Ponys sich ins Stallzelt zurückziehen. Für die Lamas bleiben ein Hänger und ein Unterstand, der provisorisch aus Planenfetzen aufgestellt wurde. Ihr einstiges Zuhause, ein 32 Meter langes Stallzelt, fehlt nun.

„Bei der jetzigen Witterung ist das nicht schlimm“, sagt die Zirkusfrau. „Aber bei Regen sieht das anders aus. Da sind die Lamas empfindlich und wollen sich unterstellen. Aber ausreichend Stellplätze für alle Tiere haben wir zurzeit nicht.“

Das Gewitter erwischte den Zirkus Antoni in Castrop-Rauxel, auf einer Freifläche nahe der Stadthalle. Weil auch an Pfingstmontag keine Zuschauer gekommen waren, begannen die Artisten glücklicherweise früher damit, das große Zelt abzubauen. „Danach haben wir es gerade geschafft, die Tiere in Sicherheit zu bringen, als wir regelrecht niedergewalzt wurden“, berichtet Ramona Tränkler.

Die Kinder mussten sich auf den Boden legen, keiner traute sich, durch den Sturm zu den schützenden Wohnwagen zu laufen. „Wir waren völlig verzweifelt, das steckt uns noch immer in den Knochen. Es hat ausgesehen wie im Krieg.“

Nach dem Sturm waren Teile der Wohnwagen – etwa Fensterklappen und Veranda-Vorbauten – abgerissen. Dass Tierzelt fehlte völlig. Die Tränklers flickten ihre Reisemobile notdürftig und kamen verspätet im Tourneeort Witten an.

Allerdings ist das Interesse an den Vorstellungen auch hier dürftig. Zudem kam der Kostenvoranschlag für die Reparatur und Neuanschaffung der Zelte: Bei 9000 Euro liegen die Kosten für ein erforderliches Zelt in der Größe von sieben mal 32 Meter und 2,50 Meter Höhe.

Die Tränklers hoffen auf Spenden aus der Wittener Bevölkerung oder dass einfach mehr Leute sich dafür entscheiden, in den Zirkus zu gehen. Die Möglichkeit bestünde noch bis Donnerstag: Täglich laufen Vorstellungen um 15 Uhr.

 
 

EURE FAVORITEN