Wittener Werkhalle fing bei Wartungsarbeiten Feuer

Brand Feuer beim Automobilzulieferer Pelzer in Witten am Montag. Dabei wurde die Produktionshalle elf komplett von den Flammen zerstört.
Brand Feuer beim Automobilzulieferer Pelzer in Witten am Montag. Dabei wurde die Produktionshalle elf komplett von den Flammen zerstört.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei entzündete sich heißes Öl und führte damit zu dem Großbrand beim Automobilzulieferer HP Pelzer in Witten-Annen.

Witten.. Das Feuer, das am Montagmittag zu einem Großbrand beim Automobilzulieferer HP Pelzer führte, entstand bei Wartungsarbeiten in der betroffenen Werkshalle 11. Laut Polizeisprecher Axel Pütter sei nach ersten Erkenntnissen „heißes Öl aus einem geschlossenen System gelaufen“. Als das Öl auf heiße Rohre traf, hätte es sich entzündet. Das Feuer führte zu einem Großbrand, der erst am Dienstagfrüh gegen 2 Uhr gelöscht werden konnte.

Am Tag nach dem Unglück laufen noch immer viele Schaulustige zur Rückseite des Firmengeländes am Salinger Feld. Noch immer verdampft Löschwasser, ab und zu knallt es. Hier kann man nun offen auf das ausgebrannte Metallgerippe der 70 Meter langen Halle gucken, deren Boden bedeckt ist mit Löschschaum.

Dieses Schaummittel einzusetzen, hatte die Wittener Feuerwehr lange vermeiden wollen – es gilt als umweltschädlich (obwohl kein PFT-haltiger Schaum eingesetzt wurde) und lässt sich nicht so weit „werfen“ wie Wasser. Doch hatten sich Trümmer auf die Glutnester gelegt, so dass das Löschwasser die Glut nicht erreichte. 40 Liter Schaum brachten dann aber den Erfolg, erklärt Einsatzleiter Mario Rosenkranz.

Vorab hatten die Feuerwehrleute über viele Stunden 20 000 Liter Wasser pro Minute auf das brennende Gebäude gerichtet, erst ab 17 Uhr sei die Wassermenge reduziert worden. Erschöpft steht Rosenkranz auf dem Firmengelände. Der Einsatz läuft immer noch – ab und zu entzünden sich Glutnester neu. Haben Sie geschlafen? „Ja, wenn man so einen Einsatz leitet, ist man nach sieben Stunden durch.“

240 Feuerwehrleute hatten den Brand bekämpft, dessen hoch aufsteigende tiefschwarze Rauchsäule so viele Wittener schockte. Teilweise herrschte Ausnahmezustand: Autobahnen und Straßen wurden gesperrt. Schulen, wie etwa die Annener Freiligrathschule, schickten ihre Schüler bis 15 Uhr nicht nach Hause. Derweil lief im unmittelbar benachbarten Einrichtungshaus Ostermann und im Baumarkt Bauhaus der Betrieb unverdrossen weiter. Warum eigentlich? „Uns hat niemand informiert, dass wir zumachen sollten“, sagt ein Bauhaus-Mitarbeiter. „Wir haben irgendwann gemerkt, dass die Kunden ausblieben, weil die Straßen gesperrt waren.“

Schadstoffwerte gingen zurück

Noch am Montagmorgen lief in Halle 11 die Produktion von Schwerschichtfolien, die man zur akustischen Dämpfung in Autos einbaut. Es sind die Folien, die zwischen Bodenblech und Teppich liegen. Nun gilt jene Halle 11 mehr denn je als einsturzgefährdet: Das Metalldach hatte sich durch die Hitze trichterförmig nach unten gezogen. Durch das Abkühlen zieht sich das Metall nun wieder zusammen. Rosenkranz: „Das Gesamtgefüge ist stark geschädigt.“

Ins Gebäude darf keiner. Sachverständige, wie Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg, schauen von oben, über die Drehleiter. Auch das Landesumweltamt ist wieder vor Ort und nimmt Proben aus der Luft. Die Luftmessungen vom Montagabend hatten bereits ergeben, dass die Schadstoffwerte, die direkt nach der Brandentstehung noch leicht erhöht waren, wieder bei „null“ lagen.

Die Schäden für die Umwelt halten sich offenbar in Grenzen. Nach ersten Erkenntnissen konnte das belastete Löschwasser von dem Gelände über die Kanäle zu einem Klärwerk geleitet werden. Weder gelangte etwas davon ins Grundwasser, noch in den nahegelegenen Bach. Außerdem soll nun eine Drohne der Feuerwehr Dortmund Luftaufnahmen und Wärmebilder von der Unglücksstelle machen.

 

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