Wittener Werkhalle brannte bis in die Nacht

Wegen der Einsturzgefahr beim Automobilzulieferer Pelzer löscht die Feuerwehr nur von außen.
Wegen der Einsturzgefahr beim Automobilzulieferer Pelzer löscht die Feuerwehr nur von außen.
Foto: Thomas Nitsche
Allerorten Sirenen, Blaulicht, Martinshörner. Bis zu 160 Feuerwehrleute kämpften gegen das Großfeuer bei bei HP Pelzer.

Witten. Annen am Montag um halb eins mittags. Über Halle 11 bei HP Pelzer steht eine riesige hohe, tiefschwarze Rauchwolke. Sirenen heulen, Blaulicht blinkt, von hier wie da hört man Martinshörner. Die Zahl der Löschzüge kann man kaum noch zählen – es herrscht „Stadtalarm“, das heißt, alle verfügbaren Einsatzkräfte sind ausgerückt.

An der Zufahrt zum Haupteingang des Geländes an der Brauckstraße stehen Mitarbeiter des Automobilzulieferers. Manche haben ihre Smartphones gezückt, um das Geschehen zu dokumentieren. Andere, um ihre Familien auf den wortwörtlich brandaktuellen Stand zu bringen. Wieder andere stehen einfach nur da, haben ihre Arme verschränkt und blicken fassungslos auf die Rauchsäule.

Zum Glück kamen keine Menschen zu Schaden. Die Mitarbeiter des Unternehmens wurden um 12.15 Uhr hektisch aus den Hallen gewunken. „Wir dachten, da ist nur ein kleiner Brand und dann sahen wir diese gigantische Rauchwolke“, sagt einer von ihnen. Kurz darauf habe es mehrere heftige Explosionen gegeben, heißt es.

Dem lauten Knall folgt ein Feuerball

Ein Rentner, der den Brand von der Friedrich-Ebert-Straße aus beobachtete, schildert, wie sich die Flammen über die ganze Breite des Hallendachs verteilten. Eine Augenzeugin, die alles von ihrer Terrasse am Kälberweg beobachtete, sah anfangs nur die Flammen auf dem Dach. „Dann knallte es und ein riesiger Feuerball war zu sehen.“

Die Mitarbeiter verlassen nur zögerlich das Gelände. Auch die Spinde mit den persönlichen Sachen wurden vom Feuer erfasst. „Autoschlüssel, Portmonees, alles weg“, sagt Serdar Keskin. Zu ihren Autos auf den Firmenparkplätzen dürfen sie schon nicht mehr. „Wir werden wohl hier übernachten müssen“, fügt ein weiterer Mitarbeiter ironisch hinzu.

Fußgänger und Fahrradfahrer beobachten die Löscharbeiten

Die Halle 11 steht am Ende des Firmengeländes, am Salinger Feld. Hierher hat es einige Schaulustige verschlagen: Mit etwas Abstand beobachten Fußgänger und Fahrradfahrer die vielen Feuerwehrleute. Den besten Blick hat man aus einem Polizeihubschrauber, der über dem Gelände kreist. Darin soll Inspektionsleiter Frank Nows sitzen.

Bis zu 160 Mann sind im Einsatz, die Berufsfeuerwehr, Freiwillige aus Rüdinghausen, Annen, Bommern, auch ein Löschzug aus Herdecke. Um 20 Uhr dampft das Gebäude noch, das Feuer ist unter Kontrolle, das Dach längst eingestürzt. Noch immer stehen die Einsatzkräfte auf Drehleitern und löschen in hohen Fontänen von oben. Das Problem: Die Glutnester unter den Trümmerteilen werden vom Wasser nicht erreicht. Erst um 23.05 Uhr ist das Feuer gelöscht. Die Freiwillige Feuerwehr übernimmt die Brandwache. Es wird eine lange Nacht.

 
 

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