Wittener Verwaltung steht vor Umbruch

Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke in der Februar-Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Witten.
Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke in der Februar-Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Witten.
Foto: Funke Foto Services
Wenn der Stadtbaurat nach Bochum wechselt und Frank Schweppe Bürgermeister werden sollte, müssten gleich zwei Dezernentenstellen neu besetzt werden.

Witten..  Die Spatzen pfiffen es schon vor Monaten von den Dächern, doch erst jetzt ist die Katze aus dem Sack. Bochum will Wittens Stadtbaurat Markus Bradtke am 25. Juni zum neuen Baurat wählen. Damit hat Bochum ein Personalproblem weniger, Witten eins mehr.

Denn nur ein Jahr nach der Wiederwahl Bradtkes für weitere acht Jahre in Witten muss eine der wichtigsten Dezernentenstellen neu besetzt werden. Mit dem 48-Jährigen verliert die Ruhrstadt einen ausgewiesenen Fachmann – dem zwar nicht alles glückte, der aber doch für einige große Projekte steht, etwa die Stadtgalerie, den ZOB oder den Umbau des Zentrums mit Berliner Platz und City-Bogen.

Als Baustellen hinterlässt der gebürtige Bochumer, der künftig statt 7000 rund 8000 Euro brutto verdient, die unklare Zukunft des Wickmanngeländes und des Kornmarkts sowie die zwar eingestielte, aber noch nicht begonnene 20 Millionen teure Rathaussanierung, das größte Bauprojekt seit dem Zweiten Weltkrieg, wie er es selbst einmal nannte.

Die Stelle müsste neu ausgeschrieben werden, selbst für den Fall, dass sich eine „Wittener Lösung“ abzeichnet – was laut Politik im Moment als wenig wahrscheinlich gilt. Zwar fiel in diesem Zusammenhang schon einmal der Name des CDU-Fraktionsvize Arnulf Rybicki. Aktuell wird der im Finanzministerium tätige Unionspolitiker in Koalitionskreisen aber offenbar nicht für den freiwerdenden Posten gehandelt.

Dezernat mit fast 400 Mitarbeitern

Der Nachfolger muss ein Dezernat mit fast 400 Mitarbeitern führen. In Bochum werden es fast 1000 sein. Dass er Witten nach neun Jahren verlässt, begründet Bradtke so: „Bochum ist eine spannende Stadt, da passiert unheimlich viel.“ Die Zeit nach Opel, rund 55 000 Studenten, der Niedergang einiger Stadtteile – Bochum brauche ein Stadtentwicklungsprojekt wie Witten, an dem er gerne mitwirken wolle. So habe er bei seiner Vorstellung auch von „Witten 2020“ berichtet.

Gehen wird er wohl im Oktober, die Politik wurde schon im Ältestenrat informiert. SPD-Fraktionschef Thomas Richter: „Es sei ihm von Herzen gegönnt. Bochum ist eine größere Stadt mit größeren Aufgaben.“ Bei der Rathaussanierung hinterlasse der Baudezernent allerdings ein „dickes Loch“.

Es könnte noch eine weitere Lücke in der Verwaltungsspitze geben. Gewinnt Frank Schweppe die Bürgermeisterwahl im September, käme der Stadt auch noch der Ersten Beigeordnete abhanden.

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