Wittener Studentin entwickelt künstlichen Zahnbelag

Die Wittener Studentin und der japanische Zahnputzroboter: Ann-Kathrin Flad lässt einen künstlichen Unterkiefer von der Maschine putzen. Das Ergebnis ist gut, wenn von der künstlichen Plaque (hier rötlich) nichts mehr zu sehen ist.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Die Wittener Studentin und der japanische Zahnputzroboter: Ann-Kathrin Flad lässt einen künstlichen Unterkiefer von der Maschine putzen. Das Ergebnis ist gut, wenn von der künstlichen Plaque (hier rötlich) nichts mehr zu sehen ist.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
  • Eine Wittener Zahnmedizin-Studentin hat für Forschungszwecke einen künstlichen Zahnbelag entwickelt
  • Ann-Kathrin Flad stellte ihre „Plaque“ jetzt auf einer Expertentagung im südkoreanischen Seoul vor
  • Die angehende Zahnärztin arbeitet auch am Institut Ormed und arbeitet gerade an ihrer Doktorarbeit

Witten.  Sie studiert Zahnmedizin an der Uni Witten/Herdecke, ist 23 Jahre jung und hat es bereits zu wissenschaftlichen Ehren gebracht. Ann-Kathrin Flad war vor Kurzem in Südkoreas Hauptstadt Seoul und hat dort auf einer Tagung vor Fachleuten aus der ganzen Welt ihre Forschungsergebnisse vorgestellt: Die gebürtige Speyerin hat einen künstlichen, einen organischen Zahnbelag entwickelt, der zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt wird.

Hintergrund: Die zukünftige Ärztin arbeitet neben ihrem Studium am Institut Ormed (Institute for Oral Medicine), das man im Zahnmedizinisch-Biowissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungszentrum (ZBZ) an der Uni findet. Ormed entwickelt und testet Mittel, die Menschen zur Mundhygiene benötigen – etwa Zahnbürsten, Zahnpasten, Gele. Hier werden auch Instrumente für Zahnmediziner entwickelt. Herstellern bietet das Wittener Institut eine Unterstützung bei der Produktentwicklung an, begutachtet aber auch Produkte, die es bereits gibt.

Und jetzt die Doktorarbeit

Ann-Kathrin Flads künstlicher Zahnbelag (die Mischung bleibt ihr Geheimnis) wird zum Beispiel für die Entwicklung von Zahnbürsten benötigt. „Schließlich muss man ja an irgendwas testen, ob sie funktionieren. Bisher musste man hierfür Menschen finden, die sich drei, vier Tage lang nicht die Zähne putzen durften“, erklärt die junge Frau. Und fügt hinzu: „Mein Zahnbelag haftet genauso auf den Zähnen wie natürliche Zahnplaque.“

In ihren künstlichen Belag hat sie viel Zeit und Kraft investiert, am Wochenende und auch abends gearbeitet. Fast neun Monate habe sie benötigt, bis die Plaque „die richtige Konsistenz“ gehabt habe. Aber das Ergebnis, betont sie schmunzelnd, sei „vielversprechend für die Wissenschaft“.

„Immer von Rot nach Weiß“

„Plaque“ ist, wie jedes Kind weiß, schädlich für die Zähne und kann Karies und Zahnbett-Entzündungen verursachen, wenn der Belag, der aus Nahrungsresten, Speichelbestandteilen und Bakterien besteht, nicht entfernt wird. Die richtige Zahnputz-Technik sei das sogenannte „Wischen“, erklärt Flad. „Man putzt immer von Rot nach Weiß.“

Die Studentin, die als Kind mit ihren Eltern im Königreich Bahrain (Persischer Golf) lebte, wo der Vater arbeitete, sitzt jetzt an ihrer Doktorarbeit. Wenn sie mit ihrer Ausbildung fertig ist, könnte sie sich vorstellen, in einer Gemeinschaftspraxis zu arbeiten, sagt sie. Derzeit genießt sie aber noch ihr Studentenleben in einer Wittener WG.

 
 

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