Wittener Studenten erfinden mit "Lunchio" die Mittagspause neu

Deniz Caglayan (re.), Mitgründer von „Lunchio“, testet im Wittener Restaurant Mondo ein Mittagessen, serviert von Axel Finkensiep. Betriebsleiter Robin Schmidt (li.) glaubt, dass ihm die Teilnahme am Portal neue Gäste bescheren kann. Foto: Dietmar Wäsche
Deniz Caglayan (re.), Mitgründer von „Lunchio“, testet im Wittener Restaurant Mondo ein Mittagessen, serviert von Axel Finkensiep. Betriebsleiter Robin Schmidt (li.) glaubt, dass ihm die Teilnahme am Portal neue Gäste bescheren kann. Foto: Dietmar Wäsche
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Berufstätige haben nicht viel Zeit für das Mittagessen. Wittener Studenten haben für sie das Portal „Lunchio“ entwickelt. Für die schnelle Mahlzeit.

Witten. Das Dilemma der Berufstätigen: Gibt es keine Kantine im Haus, futtert man aus Zeitnot mittags Brötchen vor dem Computer oder eilt, so vorhanden, zum nächstgelegenen Fastfood-Laden um die Ecke. „Alles nicht gesund“, finden vier Studenten und machten sich mit „Lunchio“ selbstständig. Ein Online-Restaurantführer, über den man sein Mittagsmahl ganz zeitsparend bestellen und bezahlen kann und so für das Essen im Lokal mehr Muße hat. Fünf Lokale in Witten machen bereits mit.

Deniz Caglayan, Wittener Wirtschaftsstudent und einer der Unternehmsgründer, erzählt, wie man überhaupt auf eine solche Geschäftsidee kommt. „Wir sind schon mal mittags zum Essen ins Backhaus gefahren, hatten dafür aber nur eine halbe Stunde Zeit. Das hat alles natürlich nicht geklappt, weil wir von der Uni hin- und zu ihr zurückfahren mussten“, so der 25-Jährige. Die Bestellung erst im Lokal und die anschließende Zubereitung des Essens habe wertvolle Zeit gekostet.

Zeitersparnis für die Kunden

Die „Lunchio“-Gründer bieten ihren Kunden eine Zeitersparnis an. Diese können ihr Essen vor dem Restaurantbesuch online ordern, gleich online bezahlen und die Uhrzeit angeben, wann sie ins Lokal kommen. Deniz Caglayan machte sich darüber mit seinen Wittener Mitstudenten Dennis Ortmann und Jan Christian Saupe Gedanken. Es wurde eine Geschäftsidee daraus. Sebastian Blautzik, der in Bochum „IT-Sicherheit“ studiert, stieß hinzu.

Das Quartett gründete eine Firma und wurde hierbei von der Organisation EZW an der Uni Witten/Herdecke, die Start-up-Unternehmen unterstützt, beraten und begleitet. Im August ging die neue Firma in Witten mit ihrem Online-Restaurantführer (www.lunchio.de) an den Start.

Über 50 Restaurants dabei

Das Lokal Mondo am Saalbau ist dabei, das Knut’s im Wiesenviertel, das Ristorante La Piazza an der Breite Straße und das Restaurant Athen an der Casinostraße. Auch Heike Köhler, Chefin des Cafés Möpschen an der Ruhrstraße, ist von „Lunchio“ angetan. Sie serviert ihren Gästen von 12 Uhr bis 19 Uhr warmes Essen. Dass sie mit ihrer Speisekarte auf „Lunchio“ vertreten ist, merkt sie bereits. „An manchen Tagen melden sich darüber fünf Berufstätige bei uns zum Essen an, an anderen zwei. Das läuft so langsam an.“ Die Café-Besitzerin zahlt für ihre Teilnahme am Portal „einen kleinen Prozentsatz vom erzielten Umsatz“. Köhler schätzt ihre Online-Präsenz auch, „weil wir uns im Portal vorstellen können“.

Kunden können im Netz auf einer Straßenkarte sehen, wo die teilnehmenden Lokale genau liegen. „Mittlerweile sind wir in zehn Städten vertreten, darunter Bochum, Dortmund, Hagen und Düsseldorf“, sagt Caglayan. Über 50 Restaurants machen schon mit. „Über die Qualität der Lokale informieren wir uns vorher durch Besucher und Bewertungs-Portale.“

Firmen-Umzug nach Berlin

Gastwirte, die aufs Portal kommen, werden mit Druckern ausgestattet, die mit dem „Lunchio“-Server verbunden sind und im Restauarant Papierbons mit den für den Wirt wichtigen Informationen ausspucken. Auch Robin Schmidt, Betriebsleiter im Mondo, glaubt, dass ihm der Online-Restaurantführer noch zusätzliche Gäste bescheren kann. „Zu uns kommen zwischen 12 und 14 Uhr zum Beispiel Mitarbeiter des Amtsgerichts und der Sparkasse.“ Die könnten ihre Pausen jetzt voll für das Essen nutzen. „Die Leute kommen zur vorbestellten Zeit, bekommen ihr Getränk, eine Minute später dann das Mittagessen.“

Die „Lunchio“-Gründer ziehen gerade nach Berlin um. Deniz Caglayan: „Wir beenden unser Studium natürlich in Witten, werden aber in Berlin leben und haben dort im Zentrum schon ein Büro angemietet.“ Man wolle sich intensiv dem Aufbau der gemeinsamen Firma widmen und strebe an, Restaurants aus ganz Deutschland auf „Lunchio“ vorstellen zu können. „Denn das ist kein studentisches Projekt. Wir wollen damit schon unser Geld verdienen.“

 
 

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