Wittener SPD mahnt Aufklärung über „Flüchtlingsdorf“ an

In dem Gewerbegebiet an der Brauckstraße soll eine Flüchtlingsunterkunft für über 700 Menschen errichtet werden
In dem Gewerbegebiet an der Brauckstraße soll eine Flüchtlingsunterkunft für über 700 Menschen errichtet werden
Foto: FUNKE Foto Services
Der SPD-Ratsherr für Rüdinghausen, Robert Beckmann, mahnt eine intensive Aufklärung über die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Brauckstraße an.

Witten.  Der für Rüdinghausen zuständige SPD-Ratsherr Robert Beckmann fordert eine intensive Aufklärung der Bürger über das geplante „Flüchtlingsdorf“ mit über 700 Menschen am Rande des Ortsteils.

Nach dem Beschluss des Rates, die Immobilie in dem Gewerbegebiet an der Brauckstraße anzumieten, stehe fest, dass erstmals eine sehr große Anzahl von Flüchtlingen gemeinsam untergebracht werde, so Beckmann. „Zu diesem Projekt haben die Wittener zahlreiche Fragen, viele möchten sich selbst für sein Gelingen einsetzen.“ Fraktionsvize Beate Gronau sieht in einer umfassenden Unterrichtung der Bürger „die beste Voraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben mit den neuen Nachbarn“.

Wann findet eine Informationsveranstaltung statt?

Von der Stadt wollen die SPD-Politiker wissen, wann eine bereits angekündigte Informationsveranstaltung stattfindet, ob schulpflichtige Kinder aus Flüchtlingsfamilien aus Platzmangel in Rüdinghausen möglicherweise auch in anderen Ortsteile unterrichtet und ob in Rüdinghausen oder an den anderen Schulen Willkommensklassen vorbereitet werden, die Kinder künftig mit der deutschen Sprache vertraut machen. Je eher sie sich in ihrer neuen Gemeinschaft einfänden, umso mehr seien sie später in der Lage, für ihren eigenen Lebensunterhalt aufzukommen.

Unterdessen hat FDP-Fraktionschef Frank-Steffen Fröhlich massiv die Flüchtlingspolitik des Landes kritisiert. Sie betreibe eine chaotische Zuweisung an die Kommunen und lasse diese auf den Kosten sitzen. Fröhlich: „Viele Städte und Gemeinden sind überlastet und bekommen für ihre Leistungen zu wenig Geld. Darunter leidet auch Witten.“

FDP kritisiert Zuweisungspolitik des Landes

Der Liberale fordert die Rückkehr zu einer gerechten Verteilung. Rot-Grün habe hier in der Vergangenheit massive Fehler gemacht. „Das ist ungerecht und verschärft die Problemlage in unserm Haushalt.“ Von der ungerechten Zuweisungspraxis profitierten nur einige Großstädte, die ihre Unterbringungsquoten nicht erfüllt hätten. Fröhlich: „Auch Witten wurden in der Vergangenheit erheblich mehr Flüchtlinge zugewiesen als gesetzlich vorgesehen.“

Die FDP-Landtagsfraktion habe die Landesregierung aufgefordert, die Unterbringungsleistungen der Kommunen endlich zeitnah zu ermitteln und zu vergüten. Fröhlich: „Witten stellt sich seiner Verantwortung, erwartet aber eine solidarische und gerechte Lastenverteilung.“