Wittener Rathausplatz versinkt im Weihnachtsmüll

Bietet gerade keinen schönen Anblick: der Rathausplatz.
Bietet gerade keinen schönen Anblick: der Rathausplatz.
Foto: FUNKE Foto Service
Wittens Mitte zeigt sich derzeit so gar nicht attraktiv. Bis die Reste vom Fest aufgeräumt sind – das dauert. Auch das Betriebsamt ärgert sich.

Witten..  Das neue Jahr ist schon fast eine Woche alt. Die Weihnachtsplätzchen sind längst verputzt. Der Baum steht kurz vorm Rausschmiss. Und von der Knallerei in der Silvesternacht klingeln uns längst nicht mehr die Ohren. Doch wer in diesen Tagen durch die Stadt bummelt, um vielleicht noch ein unpassendes Geschenk umzutauschen oder einen Gutschein einzulösen, der trifft so mancherorts auf Relikte vom Fest. Zum Beispiel auf dem Rathausplatz.

Dort präsentiert sich Wittens Mitte derzeit so gar nicht attraktiv. Bis gestern klebte eine schmierige rote Schicht auf der Treppe, die auch nach kräftiger Reinigung mit dem Besen noch durchschimmert. Und dort, wo unlängst Weihnachtsmarkt und Eisbahn lockten, zeigt sich beinahe ein Bild der Verwüstung: Tannenbäume liegen kreuz und quer oder aufgestapelt. Berge von Rindenmulch, in denen sich so mancher Böller verfangen hat, verschandeln den Platz. Umgekippte Zaunstücke und ein paar Lichterketten erinnern an den Budenzauber, der jetzt jeglichen Glanz verloren hat. „Ja, das sieht gerade nicht so schön aus“, bestätigt Thomas Schmidt vom Stadtmarketing. „Aber das lässt sich nicht vermeiden.“ Schließlich hätten die Feiertage diesmal recht ungünstig gelegen – zumindest für die Aufräumarbeiten.

Wochenmarkt zieht am 13. Januar um

An Heiligabend sei mit dem Abbau des Weihnachtsmarktes begonnen worden, am 28. und 29. Dezember war die Eisbahn an der Reihe. Den Rest erledigte erstmals nicht die Stadt, sondern die Wittener Firma Karger aus dem Hammertal, die zwischen den Jahren Betriebsferien hatte und erst gestern wieder am Start war. Schmidt: „Wir haben das aber auch sonst immer in der ersten Januarwoche gemacht.“ Der Wochenmarkt zieht deshalb erst wieder am 13. Januar von der Bahnhofstraße auf dem Rathausplatz.

Bis alle Böllerreste im gesamten Stadtgebiet beseitigt sind – auch das wird fast die ganze Woche dauern, sagt Thomas Bodang vom Betriebsamt. „Wir können schließlich nicht alles an einem Tag machen.“ Am Freitag sei als erstes die Innenstadt an der Reihe gewesen. Wer sich jetzt wundert, dass etwa im Breddegarten auch gestern Morgen der Silvestermüll in den Rabatten und übervolle Mülleimer noch einen traurigen Anblick boten: Dort ist das Grünflächenamt für die Reinigung zuständig. Und das war erst Montagmittag vor Ort.

Was die Knallerei angeht, seien die Wittener recht zurückhaltend gewesen – oder haben schnell vor der eigenen Tür gekehrt. „Jedenfalls habe ich in den außerhalb liegenden Wohngebieten kaum noch was herumliegen sehen“, sagt Bodang. Was ihn ärgert: Dass Reste kompakter Böller-Pakete, die eigentlich viel leichter zu entsorgen sind als einzelne Knaller, teilweise mitten auf Hauptverkehrsstraßen stehen gelassen wurden. „Da hält sich mein Verständnis in Grenzen.“

Zum Glück bereitet der Winter dem Betriebsamt kaum Arbeit. „Wir müssen nur sporadisch ein bisschen streuen.“ Vor allem in den Morgenstunden. Und ausgerechnet mitten in der Neujahrsnacht. Überfrierende Nässe habe die Kollegen um 2.30 Uhr in den Streuwagen gezwungen. Da war die Silvesterstimmung schnell abgekühlt.

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