Wittener Rat stimmt für Bildungsviertel in Annen

Neubau mit Schule statt Anbau: die Märkische Halle neben dem Hallenbad in Annen.
Neubau mit Schule statt Anbau: die Märkische Halle neben dem Hallenbad in Annen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Märkische Halle soll keinen Anbau bekommen. Die Haushaltsmittel dafür werden umgewidmet für den großen Wurf mit einer neuen Schule und Sporthalle.

Großer statt kleiner Wurf: Der Rat hat eine erste Weiche für ein „Bildungsquartier“ in Annen gestellt. Ein Anbau an die Märkische Halle ist damit erst einmal vom Tisch.

Als Ersatz für die Kapazitäten in der Wullenschule und der alten Reichweinrealschule (inzwischen beide abgerissen) hatte die Politik DJK Blau Weiß Annen einen Anbau an die Sporthalle neben dem Hallenbad in Aussicht gestellt. Die Linke sprach sich in den aktuellen Haushaltsberatungen dafür aus, die Zusage möglichst schnell umzusetzen, fand dafür aber keine Unterstützung. Abgelehnt wurde zudem ein gemeinsamer Antrag der Grünen und der Piraten, auf den Anbau vorerst zu verzichten, die dafür bereits angesetzten 900 000 Euro zu streichen, weil sich die Stadt diese freiwillige Ausgabe nicht leisten könne: Dafür könne man die Grundsteuer um 25 Punkte weniger erhöhen.

Die große Koalition setzte sich aber – wie schon im Sportausschuss – mit ihrem Vorstoß durch, diese Mittel im Haushalt zu belassen, aber umzuwidmen für erste Schritte zum Aufbau eines „Bildungsquartiers“: Neben dem Hallenbad soll ein modernes Zentrum für Schule und Sport gebaut werden. Die sanierungsbedürftige Baedekerschule könnte dann abgerissen, das Gelände als Bauland veräußert werden. Eine solche „Symbiose von Sport und Bildung kann einen wichtigen Impuls für die Stadtteilentwicklung“ geben, so SPD-Fraktionsvize Christoph Malz. In Annen bestehe großer Bedarf an barrierefreien Wohnungen, gefördertem Wohnungsbau sowie an Einfamilienhäusern.