Wittener Musikschüler begeistern mit der „Klangmeile“

Beim Podiumskonzert der Musikschule: die Gruppe „Das Bänd“.
Beim Podiumskonzert der Musikschule: die Gruppe „Das Bänd“.
Foto: WAZ FotoPool
Musikschüler spielen doch nur Klassik? Von wegen. Wer solche Vorurteile hegt, der konnte sich bei der „Klangmeile“ eines Besseren belehren lassen. Das mittlerweile schon traditionelle Konzert bietet die Chance, sich mal gaz anders musikalisch auszutoben.

Witten.  Nicht die Klassik spielte an diesem Abend die erste Geige, sondern die populäre Musik von Blues über Jazz bis hin zum schmissigen Ragtime: Ein vielseitiges und beeindruckendes Programm boten die jungen Künstler beim diesjährigen Podiumskonzert „Klangmeile“, das die Musikschule Witten bereits seit 24 Jahren veranstaltet.

Gerhard Giel, langjähriger Musikschullehrer sowie Musiker und Komponist, präsentierte mit berechtigtem Stolz und gewohnt charmant-chaotischen Ansagen, unterstützt von seiner Tochter Maria, die beachtlichen Leistungen der jungen Schüler. Wunderschöne Klavierstücke erfüllten den Konzertsaal in Haus Witten mit seiner hervorragenden Akustik. Caroline Wetzel begeisterte mit dem Stück „Our Secrets“, einer Komposition von Giel selbst. Vincent Veselinovic verzauberte mit „La Valse d’Amélie“ das Publikum im Dreivierteltakt. Die Brüder Tim und Michael Gropp hatten sich für Herbie Hancocks „Chameleon“ entschieden, ein Jazz-Stück, das sie vierhändig am Flügel spielten.

Mutter Kerstin Gropp freute sich, dass ihre Söhne jemanden gefunden haben, der ihre Begeisterung für die Musik unterstützt: „Herr Giel ist ein fantastischer Musiklehrer. Er hat eine einmalige und ganz besondere Art, den Kindern und Jugendlichen sein Wissen zu vermitteln.“

Sehr zart und anrührend war der Vortrag von Theresa Bremshey, die das Lied „Was soll ein Mensch“ von Philipp Poisel am Flügel spielte und sang. Mut zum Ausgefallenen bewies Alexander Hundt, der sich für zwei Stücke aus dem Videospiel „MassEffect 3“ entschieden hatte, die sich, der anfänglichen Skepsis des Publikums zum Trotz, als sehr harmonische Melodien erwiesen.

Natürlich durfte auch „Das Bänd“ der Musikschule an diesem Abend nicht fehlen – mit Jazz-Stücken wie „Birdlands“ bewiesen die jungen Musiker, allen voran der hervorragende Saxophonist Jan-Paul Sandmann, dass sie die Auszeichnung beim Landeswettbewerb „Jugend Jazzt“ 2012 mehr als verdient haben. Als Gast sorgte die junge Sängerin Laura Lex für ein weiteres Highlight. Ihre wundervolle Interpretation der Pop-Ballade „All Of Me“ von John Legend wurde von den Zuhörern mit viel Applaus belohnt.

Kleinere Pannen, die wohl der Nervosität der jungen Künstler geschuldet waren, fielen an diesem Abend nicht ins Gewicht. Das Talent und die Spielfreude der Jugendlichen ließen den Funken schnell überspringen.

 
 

EURE FAVORITEN