Wittener machen bei „Volkszählung“ der Wintervögel mit

Herbert Frauendienst aus Witten-Heven hat seit seiner Kindheit ein großes Herz für Vögel.
Herbert Frauendienst aus Witten-Heven hat seit seiner Kindheit ein großes Herz für Vögel.
Foto: Funke Foto Service
Am Wochenende rief der Naturschutzbund zur bundesweiten Zählung der Wintervögel auf. Herbert Frauendienst aus Heven hielt in seinem Garten Ausschau.

Witten..  Der Wind peitscht durch Straßen und Gärten in Heven. Der Himmel ist bedrohlich grau. Nicht nur die Menschen, auch die Vögel machen sich an diesem Samstag rar. „Sonst ist bei den Futterhäuschen fast immer was los“, sagt Herbert Frauendienst und blickt durch die große Terrassenfront in sein privates Grün. Der 62-Jährige will heute eine Stunde lang Wintervögel zählen. Nur tut sich nichts.

Frauendienst beteiligt sich an der „Stunde der Wintervögel“. Eine bundesweite Vogelzählung zu der der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern am Wochenende aufgerufen haben. Eine Stunde lang sollen gefiederte Besucher in Gärten gezählt werden. Um herauszufinden, welche Arten, in welcher Häufigkeit vorkommen oder nicht – und auch, wie sich die Vogel-Populationen über die Jahre verändert haben.

76 000 Vogelfreunde machten deutschlandweit mit

Herbert Frauendienst hat am Samstagmorgen sein Fernglas und einen Bogen zum Notieren der Tiere bereitgelegt. Denn sein Garten ist ein kleines Vogelparadies. Meisenknödel, Vogelhäuschen und eine Wassertränke gibt es für die geflügelten „Dauergäste“, wie seine Frau Annegret scherzhaft sagt.

Im Garten des Vogelfreundes Herbert Frauendienst trotzt an diesem Samstag aber nur eine einzige Meise dem starken Wind. Der Mann beschließt: „Ich vertage meine Zählung auf Sonntag.“ Und gestern, zwischen 10 und 11 Uhr, herrschte dann auch reges Geflatter in seinem Garten. Der 62-Jährige kann zwei Amseln, zwei Blaumeisen, zwei Kohlmeisen, einen Haussperling, ein Rotkehlchen und eine Heckenbraunelle zählen und in den Auswertungsbogen des Naturschutzbundes eintragen.

Seine Zählergebnisse übermittelt er dem Nabu, der die Vogel-Daten deutschlandweit sammelt. An der „Volkszählung am Futterhäuschen“ hat sich der Hevener auch im vergangenen Jahr beteiligt, zusammen mit rund 76 000 anderen Menschen deutschlandweit. 14 500 Vogelfreunde machten allein in NRW mit.

Teilnehmer können Zähl-Ergebnisse noch bis zum 19. Januar melden

Seine Liebe zu den Vögeln hat der Mann als Kind entdeckt. „Ich bin in Heven aufgewachsen. Wir waren vier Geschwister und das Geld war oft knapp. Trotzdem hat unsere Mutter immer dafür gesorgt, dass genug Vogelfutter da war“, erzählt er. Neben dem Futter bietet sein großer Garten den Tieren auch viele Nistplätze – zum Beispiel in einer Ecke mit Totholz. Ein Rotkehlchen-Paar habe sich im vergangenen Sommer sogar in den Blumenkästen direkt neben der Terrassentür eingenistet, sagt er.

„Eine vogelfreundliche Gestaltung des Gartens ist für Wintergäste noch wichtiger als eine durchgängige Fütterung“, erklärt Vogelexperte Bernd Jellinghaus vom Nabu Ennepe-Ruhr-Kreis. Optimal sei es, wenn die Fütterung nur als Hilfe diene und sich die Vögel im Garten selbst versorgen könnten. Bei der Fütterung rät Jellinghaus von den klassischen Vogelhäuschen ab. „Besser sind Futtersilos, bei denen die Tiere nicht direkt im Futter sitzen und es so verunreinigen.“

Bis zum 19. Januar können die Teilnehmer der Vogelzählung ihre Ergebnisse noch an den Nabu senden. Erste Hochrechnungen können schon jetzt auf der Internetseite des Naturschutzbundes eingesehen werden (www.nabu.de). Dort werden später auch die Ergebnisse veröffentlicht.

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