Wittener Lebenshilfe bietet neue integrative Spielgruppe

Tolles Sandkastenwetter: Die Pädagoginnen Claudia Rosendahl (li.) und Verena Lödding mit Amir, Matilda, Johanna, Ilias und Luis von der neuen integrativen Spielgruppe der Lebenshilfe.
Tolles Sandkastenwetter: Die Pädagoginnen Claudia Rosendahl (li.) und Verena Lödding mit Amir, Matilda, Johanna, Ilias und Luis von der neuen integrativen Spielgruppe der Lebenshilfe.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
In der neuen integrativen Spielgruppe der Lebenshilfe treffen sich Kleinkinder mit und ohne Behinderung an drei Vormittagen pro Woche ohne Eltern.

Die Sonne lacht, also nichts wie raus an diesem Vormittag. Die Kinder spielen im Sandkasten, lassen sich auf Dreirädern über die Wiese schieben, rennen hinter Seifenblasen her. Ganz normal für Ein- bis Zweijährige. Das Besondere daran: Zu ihnen gehören zwei Kinder mit Behinderungen und ein Flüchtlingskind. Seit Mitte August gibt es die integrative Spielgruppe der Lebenshilfe an der Dortmunder Straße – die wohl einzige ihrer Art in der Stadt.

„Nicht alle Eltern wollen ihr Kind früh in eine ganztägige Betreuung geben. Und für ganz kleine Kinder mit Behinderungen gibt es ohnehin kaum Angebote“, erklärt Manon Füllgraf (60). Die ehemalige Leiterin der Kita Helenenberg, die nun Bereichsleiterin für frühe Lebenshilfen ist, hat deshalb nicht lange gefackelt, etwas Neues auf den Weg zu bringen. „Die Spielgruppe ist eine Alternative, die die Kleinen behutsam auf die Zeit im Kindergarten vorbereitet.“ Normalerweise ohne Eltern, doch die können dabei bleiben, bis die Sprösslinge sich eingewöhnt haben.

Ihr 18 Monate alter Sohn sei in der ersten Woche schon nach fünf Minuten allein geblieben, berichtet Viktoria Boerboom. „Doch jetzt zahnt er und hat gerade seine Mama-Phase“, deshalb ist die 40-Jährige mitgekommen. Sie ist sehr angetan von der Spielgruppe, nicht nur, weil die Familie ganz in der Nähe wohnt. „Die Atmosphäre ist sehr harmonisch und der Kontakt zu Gleichaltrigen tut auch den ganz Kleinen gut.“ Dass Kinder mit Behinderungen dabei sind, nehme allen schon jetzt spätere Berührungsängste. Besonders beeindruckt die Mutter der kleine Junge, der mal Bobbycar fährt, mal große Legosteine zusammenbaut. Dieses Flüchtlingskind aus Afghanistan so strahlen zu sehen, „das ist toll“.

Insgesamt stehen acht Plätze zur Verfügung, zwei für Kinder mit Auffälligkeiten, zwei für Flüchtlingskinder, einer davon ist noch frei. Manon Füllgraf hofft angesichts der aktuellen Situation, dass er bald belegt sein wird.

Ganz besonders freut sie sich darüber, dass die Kosten für diese beiden Plätze Handwerker der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte übernehmen, die gerade in Bommern eine zweigruppige Einrichtung bauen, mit der Lebenshilfe als Mieter. 100 Euro pro Monat zahlen sonst Eltern für ihr Kind, das dienstags bis donnerstags je drei Stunden in der Spielgruppe verbringt.

Zwei Pädagoginnen kümmern sich um die Kleinen

Zwei Pädagoginnen kümmern sich um die Kleinen: Claudia Rosendahl (39) und Verena Lödding (37). Begrüßung, freies Spiel, Frühstück, Basteln und viel Bewegung an der frischen Luft – so lernen die Kinder kleine Rituale kennen. Einziger Wermutstropfen für die Betreuerinnen: Sie müssen den großen Raum jedes Mal komplett leerräumen, weil er nachmittags anderweitig genutzt wird. Aber, sagt Füllgraf, „dafür kostet er nicht extra“. Denn für die Finanzierung gab’s keinen Cent. „Die überschüssigen Kosten trägt der Verein Lebenshilfe.“ Die Sparkasse beteiligte sich an notwendigen Anschaffungen.

Dass es sich lohnt, dafür sei das schwerbehinderte Kind, das sonst nirgends eine Betreuung fand, „weil sich keiner ‘rantraute“, der beste Beweis. „Es fühlt sich wohl“, sagt Manon Füllgraf, „und macht durchaus Entwicklungsschritte“.

 
 

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