Wittener Kino zeigt Premiere mit Vormholzer Schülern

Junge „Filmstars“ im Burg-Kino: Die ehemaligen Vormholzer Schüler, die stolz ihre Film-DVD in Händen halten, und Lehrerin Nicole Kotthaus (2.v.r.) spielen in einerDokumentation mit. Inga Janz von der Stadt bedankte sich fürs Engagement.
Junge „Filmstars“ im Burg-Kino: Die ehemaligen Vormholzer Schüler, die stolz ihre Film-DVD in Händen halten, und Lehrerin Nicole Kotthaus (2.v.r.) spielen in einerDokumentation mit. Inga Janz von der Stadt bedankte sich fürs Engagement.
Foto: Zabka
Ehemalige Viertklässler sahen am Sonntag (25. Oktober) die Premiere des Films „Ein großer Schritt“ in der Burg. Die Hauptrollen spielten sie selbst.

Witten..  Wann sitzt man schon mal im Kino und sieht sich selbst auf der Leinwand? Kein Wunder, dass Lina und Lissi, Nele und Hamdi und all die anderen Kinder der ehemaligen vierten Klasse der Vormholzer Grundschule ziemlich aufgeregt sind, als sich an diesem Sonntagvormittag der Vorhang in der Burg hebt.

„Ein großer Schritt“ heißt der 20-minütige Film, der zeigt, wie die Jungen und Mädchen den Übergang in die weiterführende Schule erleben – mit all ihren Ängsten und Hoffnungen. Und das ist auch das Besondere daran: dass es in der Dokumentation nicht um die Meinung von Erwachsenen geht, sondern um die Sicht der Kinder. „Mut machen“ soll der Film, der in Zukunft etwa bei Bildungsveranstaltungen in anderen Kommunen gezeigt wird, sagt Inga Janz vom Amt für Jugendhilfe und Schule, die das Projekt koordiniert. Sie begrüßt das erwartungsvolle Publikum, in dem auch Eltern und Lehrer sitzen, bevor sich endlich der Vorhang hebt.

Popcorn mampfen und Limo trinken

Weit vorn haben es sich die Kinder gemütlich gemacht. Weil das zum Kinoereignis dazu gehört, mampfen sie Popcorn und trinken Limo. Als sie sich das erste Mal so groß auf der Leinwand sehen, ist das Gekicher groß. Fast ein Jahr haben die Dreharbeiten gedauert, regelmäßig war ein Team der „Filmfreunde“ in Vormholz zu Gast. Etwa 4500 Minuten Material entstanden dabei, von denen 20 übrig blieben.

Zu sehen sind kleine Szenen aus dem Unterrichtsalltag. Vor allem aber werden die Kinder bei Ereignissen begleitet, die mit dem bevorstehenden Schulwechsel zu tun haben: Sie erhalten die Empfehlung, welche Schule für sie wohl die richtige ist. Sie kriegen ihre Halbjahreszeugnisse. Sie machen die Fahrradprüfung und lernen, wie man mit dem Bus fährt. Sie packen ihre Schatzkisten, die ebenso wie der Film Teil des Modellprojekts „Kein Kind zurücklassen“ sind. Schließlich erleben sie ihren letzten Schultag, an dem viele Tränen fließen.

Einzelne Schüler kommen zu Wort

Immer wieder kommen einzelne der 25 Viertklässler zu Wort. Sie spielen keine Rolle, sondern sich selbst. Lina erzählt, dass sie traurig ist, weil sie ihre alten Lehrer vermissen wird. Hamdi freut sich, tatsächlich das Gymnasium besuchen zu dürfen – die Belohnung dafür, dass er sich noch einmal richtig ins Zeug gelegt hat. Joelle möchte nicht so gern auf eine Förderschule, obwohl ihre Oma gesagt hat: „Das ist gar nicht so schlimm.“ Auch Klassenlehrerin Nicole Kotthaus spielt eine Hauptrolle: „Das Wichtigste ist es, die Kinder stark zu machen, damit sie wissen, was sie können.“ Und sie ist sich sicher, dass es in diesem Fall gelungen ist: „Ich gebe die Kinder mit gutem Gewissen ab.“

Inzwischen haben die kleinen Vormholzer „den großen Schritt“ hinter sich und sind an ihrer weiterführenden Schule gut angekommen. Nele Grunwald (11) etwa besucht das Ruhrgymnasium. Das „Riesengebäude“ und dass in ihrer Klasse so viele Jungen sind, war für sie die größte Umstellung. Aber, sagt sie, natürlich habe sie längst „neue Freundinnen gefunden“.

 
 

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