Wittener Imker wollen Honig ohne Gentechnik

Bienen. Foto: Walter Fischer / WAZ Foto Pool
Bienen. Foto: Walter Fischer / WAZ Foto Pool
Foto: Walter Fischer / WAZ Foto Pool

Witten.  Richtig findet der Wittener Imker Albert Schäfer, dass der Europäische Gerichtshof den Verkauf von Honig mit Genmaisspuren nur noch mit Zulassung erlaubt. In Witten wird so belasteter Honig gar nicht erst produziert.

„Wir haben hier keine Felder, auf denen genmanipuliertes Getreide angebaut wird“, erklärt Schäfer. Glücklich ist er darüber. Denn: Seit über 20 Jahren „bin ich Demeter-, also Bio-Imker“.

Er hat sich informiert und glaubt, dass das Bienensterben in den USA auch darum so dramatisch sei, weil „dort auf vielen Feldern mit genmanipuliertem Samen gearbeitet wird, das ist dort so üblich. Die Bienen kommen aber mit diesen unnatürlichen Blüten einfach nicht zurecht.“

Auch der Geschmack des Honigs würde beeinflusst, wenn Bienen Nektar der entsprechenden Pflanzen in ihren Stock brächten. „Da kommt ja nicht schon der Honig an. Der Nektar wird durch die Enzymbeigabe der Bienen im Stock sowie durch Wasserentzug zu Honig.“ Albert Schäfer selbst käme nicht im Traum auf die Idee, solchen Honig mit Spuren von gentechnisch veränderten Pollen zu essen. „Das ist doch kein Naturprodukt mehr“, findet er. Das sieht die Wittener Imkerei Schulz in Annen ebenso. Auch hier hält man das Urteil für richtig.

Überhaupt ist dem erfahrenen Imker Schäfer schleierhaft, wie der klagende Imker wissen konnte, dass die Bienen den Nektar von den Feldern mit Genmais eingetragen haben. „Morgens fliegen zunächst die Suchbienen aus und gucken, wo der meiste Nektar zu holen ist. Dann informieren sie die anderen. Das kann aber immer woanders sein.“

Erst zu einem späten Zeitpunkt, kurz vor der Winterpause, würden die Bienen vereinzelt ausfliegen. Da könne man dann oft nicht mehr sagen, wo sie sich bedienten. „Bei uns ist dann mal eine an einer Sonnenblume, eine andere am Sonnenhut“, erklärt er den Alltag der Bienen.

Die Wittener Bienen übrigens läuten so langsam die kalte Jahreszeit ein und verkünden damit das Ende des Sommers. „Es war dieses Jahr sehr früh warm, der Massenausflug ist inzwischen beendet. Nur noch vereinzelt entfernt sich eine Biene vom Stock. Das sind jetzt meistens die, die noch Wasser holen, um die Feuchtigkeit im Inneren des Stocks zu regulieren“, weiß Schäfer. Nur noch selten würden die Tiere nach Pollen Ausschau halten. Ihn wundert die frühe Ruhe nicht: „Zum ersten Mal ernte ich meine späten Äpfel schon zu so einem frühen Zeitpunkt.“

Lehrbienenstand: Den Lehrbienenstand erreicht man von der Waldschule Hohenstein aus in fünf Minuten zu Fuß. Der Jahreszeit entsprechend kann man den Wabenbau der Bienen beobachten oder sich nach Absprache mit dem Imker alle Vorgänge zur Honiggewinnung erklären lassen. Der Lehrbienenstand verfügt auch über einen eigenen Unterrichtsraum.

 
 

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