Wittener Historiker schreibt Buch über DGB-Chef Rosenberg

Der Wittener Regional- und Firmenhistoriker Frank Ahland hat eine Biografie über den ehemaligen DGB-Vorsitzenden Ludwig Rosenberg (1903–1977) vorgelegt. Die Neuerscheinung zur Gewerkschaftsgeschichte stellt der Autor am Donnerstag in Bochum im Gespräch mit der früheren DGB-Vize-Vorsitzenden Ursula Engelen-Kefer vor.

Ludwig Rosenberg gehörte 20 Jahre lang dem Bundesvorstand des DGB an, davon sieben als Vorsitzender (1962– 1969). Als fünfter Vorsitzender hat er die Entwicklung des 1949 gegründeten Deutschen Gewerkschaftsbundes entscheidend mitgeprägt. Nach Überzeugung von Frank Ahland lassen sich ohne sein Wirken weder das starke Engagement der Gewerkschaften im Prozess der europäischen Integration noch die Neukonzeption der gewerkschaftlichen Programmatik erklären. Diese beschreibt der Wittener Historiker als „Abwendung von einem sozialistisch geprägten Gegenentwurf zur Integration in die bestehende kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung“.

Zudem sei es Rosenberg gelungen, so der Autor, den im Konzert starker Einzelgewerkschaften schwach aufgestellten Dachverband durch Krisen wie die Not­standsgesetzgebung zu manövrieren und den DGB als „einflussreichen gesellschaftlichen Akteur zu verankern“. Ahland hat für die erzählerisch angelegte Biografie den bislang größtenteils unbearbeiteten Nachlass Rosenbergs sowie die Archivunterlagen des DGB ausgewertet und diese mit Überlieferungen der Einzelgewerkschaften und staatlicher Stellen ergänzt und kontrastiert.

Ursula Engelen-Kefer, von 1990 bis 2006 stellvertretende DGB-Vorsitzendende, stellt das Buch am Donnerstag, 1. September, 18 Uhr, im Dialog mit Frank Ahland vor. Interessierte Gäste sind im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17-19, in Bochum willkommen. Der Eintritt ist frei.

 
 

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