Wittener gewinnt Preis bei Literaturwettbewerb

Peter Teuchert hat beim Literaturwettbewerb des Autorenkreises Ruhr-Mark den ersten Platz im Bereich Prosa belegt.
Peter Teuchert hat beim Literaturwettbewerb des Autorenkreises Ruhr-Mark den ersten Platz im Bereich Prosa belegt.
Foto: WAZ
Der Roman liegt noch in der Schublade: Peter Teuchert (46) traut sich mit seinem Werk nicht so recht an die Öffentlichkeit. Dabei hat er gerade bei einem Literaturwettbewerb den ersten Preis gewonnen – mit einer Kurzgeschichte.

Witten.  „Das kann nicht sein“, dachte Peter Teuchert, als ihm im November ein Brief ins Haus geflattert kam. Darin stand in fetten Lettern was von erstem Platz und herzlichem Glückwunsch. Ja, Teuchert hatte gewonnen. Nicht beim Preisausschreiben, sondern beim Wettbewerb des Literaturkreises Ruhr-Mark im Bereich Prosa.

Seit ein paar Jahren nimmt der 46-Jährige an solchen Wettbewerben teil, bislang erfolglos. Er ist der Typ, der eher im stillen Kämmerlein schreibt. Der seine Texte niemandem zu lesen gibt. Upps – das Wort „Text“ kann Teuchert gar nicht leiden. Weil er früher im Deutschunterricht ein totaler Versager gewesen sei, wie er zugibt. Auch heute noch weiß er den Wert seiner Schriftstellerei schlecht einzuordnen. Hat Angst, von der Meinung anderer enttäuscht zu werden.

Er ist ein Kind vom Land

Peter Teuchert wurde in Hagen geboren, wuchs in einem sauerländischen 2000-Seelen-Dorf auf. Doch seit 25 Jahren wohnt das „Kind vom Land“ in Witten. In einem Altbau mit Blick auf den Rathausplatz. Teuchert studierte in Bochum Elektrotechnik, arbeitete aber nie als Ingenieur. Er ist freiberuflicher Programmierer und als Tontechniker für ein mobiles Theater im Einsatz. Als Student verfasste er die ersten Gedichte – „für mich und meine damalige Freundin“, die heute seine Frau ist. Und außerdem Deutschlehrerin.

Vom Internetblog ihres Mannes, den es seit zwei Jahren gibt (www.coonlight.de) ist sie wenig begeistert. Teuchert lächelt über diese scheinbar ungünstigen Voraussetzungen für seine schriftstellerische Karriere. Und bringt Phil Collins ins Spiel: „Der hat seiner Frau seine Lieder vorgespielt und die, die sie schlecht fand, wurden Hits.“

Nein, Peter Teuchert wird jetzt nicht abheben, nur weil er 200 Euro und eine Mitgliedschaft im Autorenkreis Ruhr-Mark gewonnen hat. Aber es stärkt sein Selbstvertrauen. Denn er sagt von sich selbst: „Ich bin ein eher trauriger Mensch.“ Eigenbrötlerisch sei er, ein Außenseiter halt, voller Weltschmerz und Gesellschaftskritik. Wie er so da sitzt in seinen schwarzen Klamotten, könnte man ihm das abnehmen. Dabei ist seine knallrote Lieblingshose nur gerade kaputt. Und eigentlich, rückt er das Bild wieder gerade, sei er ganz zufrieden mit seinem Leben. „Ich fühle mich wohl.“

Früher, da sei er sogar mal Musiker gewesen. „Aber ich stehe ja nicht so gern im Mittelpunkt.“ Die Schreiberei kommt ihm da sehr entgegen. Wie beim Programmieren, wo man Informationen verdichten muss, mag er’s auch in der Literatur eher kompakt. Bloß keine dicken Fantasy-Wälzer. Der „Herr der Ringe“ mache eine Ausnahme, aber auch da „hätte ich die Hälfte weggelassen“. Er selbst müsse viel korrigieren, löschen und umschreiben. Das braucht Zeit. Doch die hat er als Hausmann gerade. So viel, dass es auch schon einen Roman gibt. Der liegt noch in der Schublade. Vielleicht nicht mehr lange, denn der Preis hat Peter Teuchert motiviert: „Ich werde das jetzt angehen.“

 
 

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