Wittener Berufsnachwuchs schaut über den Horizont

Viel Spaß beim Spielen hatten (v. li.) Alyssa, Amy, Kai Nolte, Mia, Elias und Marvin Kerstan in der Awo-Kita an der Kreisstraße.  Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Viel Spaß beim Spielen hatten (v. li.) Alyssa, Amy, Kai Nolte, Mia, Elias und Marvin Kerstan in der Awo-Kita an der Kreisstraße. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Beim Boys’ und Girls’ Day werden Rollenklischees aufgebrochen. Wir begleiteten Mädchenbeim Testtag in einer Tischlerei und Jungen beim Kita-Einsatz.

Einmal im Jahr bietet der „Boys’ und Girls’ Day“ zum einen den Jungs die Möglichkeit, in klassische „Mädchenberufe“ zu schnüffeln, und zum anderen den Mädchen, sich in typischen „Männerjobs“ zu versuchen.

Unsere Mitarbeiterin Lara Grewe hat den Jugendlichen an diesem speziellen Tag in der Tischlerei Klein im Salinger Feld und in der Awo-Kita Kreisstraße über die Schulter geschaut.

Beide Einrichtungen haben schon in den vorherigen Jahren am „Boys’ und Girls’ Day“ teilgenommen, um den Schülern eine Chance zu geben, sich ein Bild von dem Berufsfeld des Tischlers und dem des Erziehers zu machen.

Mädchen in der Tischlerei

Uwe Klein, Chef der gleichnamigen Tischlerei, war stolz, auch in diesem Jahr wieder vier Mädchen diesen Handwerksberuf zu zeigen. „Leider haben wir in diesem Beruf ein Nachwuchsproblem. Das liegt besonders daran, dass vor allem Mädchen denken, sie seien zu schwach. Oder, dass es ein reiner Jungsberuf sei“, erzählt der Tischlermeister. Deswegen sei dieser Tag eine gute Möglichkeit, den Mädchen das Gegenteil zu beweisen.

Die vier Teilnehmerinnen Lea Krebs (13), Mara von Diepenbroid-Grüter (14), Sarina Schulze (13) und Katharina Schulze (13) haben an diesem Tag mit Hilfe von Uwe Klein und seinem Mitarbeiter Markus Schwieren aus selbstgezeichneten Vorlagen Holz-Blumen gefräst und sie dann mit geschickten Händen zusammengebaut. „Ich kam durch Bekannte auf die Idee, den Girls’ Day hier zu verbringen. Es macht mir viel Spaß“, sagt Lea.

Viele der Mädchen waren auch vorher schon handwerklich interessiert und haben nun in der Tischlerei die Chance, mit Feile und Schleifpapier eigenständig etwas aus Holz zu gestalten. Auch mit Blick auf die Zukunft können sich die Mädchen vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten. Zwei der jungen Teilnehmerinnen haben sogar schon den festen Plan gefasst, Architektur zu studieren.

Interessiert und bemüht stecken die Mädchen die Blumen zusammen, um sie mit nach Hause zu nehmen. Und, um sich auch in Zukunft an diesen Tag und die vielleicht wegweisende Erfahrung zu erinnern.

Jungen in der Awo-Kita

Auch der Leiter der Awo-Kita Kreisstraße, Torsten Beerhenke, begrüßt für den „Boys’ Day“ wieder zwei Jungen, Kai Nolte und Marvin Kersten (beide 13), um ihnen den Beruf des Erziehers näher zu bringen. Die Jungen der Helene-Lohmann-Realschule haben die Kita-Kinder den Tag über begleitet, mit ihnen gegessen, Sport gemacht, gespielt.

Aus allen Angeboten des „Boys’ Days“ hat Kai ein Tag in der Kita am meisten interessiert. „Eigentlich wollte ich Mechaniker werden, aber dieser Tag hat mir gezeigt, dass der Beruf des Erziehers auch sehr interessant ist.“, so Marvin. Deshalb findet auch Kita-Leiter Beerhenke: „Der Boys’ Day ist eine gute Sache, weil er die Jungs mal über ihren Horizont schauen lässt.“

Die Kinder der Kita fanden den Tag mit Kai und Marvin ebenfalls gut und spielten ausgelassen mit ihnen. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja schon in einigen Jahren ein Wiedersehen – dann mit den beiden als frischgebackene Erzieher.

 
 

EURE FAVORITEN