Wittener bekommt zwei Jahre auf Bewährung für Kinderpornos

Foto: WAZ
Mit einem blauen Auge kam ein Wittener (49) davon, der sich wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornos vor dem Amtsgericht verantworten musste. Er hatte die scheußlichsten Bilder und Vergewaltigungsvideos im Netz heruntergeladen. Zwei Jahre auf Bewährung gab es dafür.

Witten.  Ein 49-Jähriger ist am Mittwoch (3.9.) vom Amtsgericht wegen Erwerb, Besitz und Verbreitung kinder- und jugendpornografischen Materials zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Der Kopf des Angeklagten ist die ganze Verhandlung gesenkt. Er scheint erschüttert zu sein über das, was zwei Staatsanwälte mehr als eine halbe Stunde lang verlesen. Die Anklage schildert den auch für das Gericht erschütternden Inhalt der Dateien, die sich der Wittener heruntergeladen hatte, bis ins letzte, widerliche Detail.

Zig tausend Bilder und Videos sichergestellt

Bei dem Elektroinstallateur waren im November zig tausend Bilder und Videos mit Vergewaltigungen von Kindern und Jugendlichen sichergestellt worden, gespeichert auf etlichen Festplatten und über 100 CD’s oder DVD’s. Teilweise handelte es sich um Kleinkinder und Säuglinge, Opfer, die auf grausamste Art misshandelt und missbraucht wurden.

Vor Gericht eierte der Angeklagte herum. Er räumte die Taten zwar ein, sprach aber von einem „Sammelwahn“. Ein sexuelles Interesse an den Bildern und Videos bestritt er zunächst, gestand es dann aber doch ein. „Ich kann mir das heute selbst nicht vorstellen, warum ich das heruntergeladen habe.“

Angeblich dem „Sammelwahn“ verfallen

Der 49-Jährige war angeblich „durch Zufall“ auf kinderpornografisches Material gestoßen, dann dem vermeintlichen„Sammelwahn“ verfallen, bevor er „den Überblick verloren“ habe. Fakt ist: Er nutzte ein Tauschprogramm aus dem Internet, über das er Kontakt zu anderen Kinderpornobesitzern aufnahm, Dateien herunterlud und damit automatisch weiteren Nutzern zugänglich machte.

Ein Chat mit einem Schweizer wurde ihm zum Verhängnis. Dabei hatte der Wittener angedeutet, er würde gerne ein Kind missbrauchen. Vor Gericht tat er das als „Wichtigtuerei“ ab. Später klinkte sich die Schweizer Bundespolizei ein und chattete ebenfalls mit dem 49-Jährigen. Dem folgte die Razzia, bei der das Material sichergestellt wurde.

5000 Euro an das Kinderhospiz und Therapie

Der bislang nicht vorbestrafte Mann muss 5000 Euro an das Wittener Kinderhospiz zahlen und eine Therapie absolvieren.

 
 

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