Wittener Ärzte im vollen Einsatz für Patienten

Klaus Kaspers (v.l.), Robby Staude, Andreas Vincke , Bernd Kwiatkowski und Dr. Rita Wietfeld sind Mitglieder im Arbeitskreis Apotheker, Heime und Ärzte.
Klaus Kaspers (v.l.), Robby Staude, Andreas Vincke , Bernd Kwiatkowski und Dr. Rita Wietfeld sind Mitglieder im Arbeitskreis Apotheker, Heime und Ärzte.
Foto: Funke Foto Services
Arbeitskreis Apotheker, Heime und Ärzte möchte Patienten-Versorgung in der Stadt stetig verbessern. Regelmäßiger Austausch untereinander ist wichtig

Witten..  Schon seit Herbst 2010 gibt es in Witten einen Arbeitskreis für Apotheker, Altenheime und Ärzte. Die Mitglieder dieses Netzwerks möchten durch einen regelmäßigen Austausch untereinander die Versorgung von Heimbewohnern und Patienten erleichtern und verbessern.

Zeit, zurück zu blicken: Was hat der Arbeitskreis in den letzten viereinhalb Jahren erreicht?

Viel hat sich bereits verbessert

Viel, da sind sich Klaus Kaspers (Engel-Apotheke), Robby Staude (Haus Buschey), Andreas Vincke (Einrichtungsleiter Altenzentrum am Schwesternpark), Bernd Kwiatkowski (Altenhilfe Volmarstein) und Dr. Rita Wietfeld (Neurologin und Psychiaterin) einig. Sie alle nehmen regelmäßig an den Treffen des Arbeitskreises teil, so wie viele andere Apotheker, Ärzte und Heimmitarbeiter auch.

Arbeitskreis in dieser Form einmalig

Die Treffen finden vierteljährlich statt. Meistens gibt es einen Themenschwerpunkt, zu dem auch Referenten eingeladen werden können – Rechtsfragen, die Dokumentation von Medikamenten oder Wundversorgung wurden schon ausgiebig diskutiert. Aber auch aktuelle Fälle werden häufig zum Thema. Das sei mindestens genau so wichtig, finden die Beteiligten.

„Ein Arbeitskreis in dieser Form ist einmalig in Nordrhein-Westfalen“, erklärt Altenzentrumsleiter Andreas Vincke. Anlass zur Gründung gab eine Studie von Prof. Dr. Stefan Wilm, der an der Universität Witten/Herdecke forscht. „Er fand heraus, dass Patienten häufig viel zu viele Psychopharmaka erhalten“, erklärt Ärztin Wietfeld. Ihr Fazit: „Das kann ja wohl nicht richtig sein, da stimmt was nicht.“ Die überhöhte Medikation hänge oftmals damit zusammen, dass der eine Arzt nicht wisse, was der andere verschreibe, schildern die fünf Experten aus dem Gesundheitsbereich den Alltag. Apotheker Klaus Kaspers erinnert sich noch an einen Patienten, „bei dem wir die Medikation von 15 auf acht Tabletten täglich senken konnten“. Schlichtweg dadurch, dass sich Apotheker und alle behandelnden Ärzte kurz geschlossen und miteinander ausgetauscht hätten.

Heute reicht ein Telefonat

Ärztin Wietfeld berichtet von weiteren Erfolgen des Zusammenschlusses: „Früher haben wir Ärzte jede Veränderung erst unterzeichnen müssen, bevor die Pfleger sie umsetzen durften. Heute reicht ein Telefonat und wir können auch im Nachhinein abzeichnen – das ist natürlich rechtlich abgeklärt.“ Schneller sei das und somit ganz im Sinne des Patienten.

Das Wichtigste jedoch sei für alle Beteiligten, dass man sich nun auch besser in die Lage des Anderen hineinversetzen könne. „Nur so ist ein Austausch auf Augenhöhe möglich“, sind sich alle einig. Und das komme schlussendlich den Patienten zugute.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel