Wie man Ruthenfranz’ Gedanken ins Heute trägt

Das Kulturradio WDR 3 lädt gemeinsam mit der Stadt an diesem Wochenende zur 47. Ausgabe der „Wittener Tage für neue Kammermusik“ ein. Mehr als 20 Erstaufführungen von Komponistinnen und Komponisten aus insgesamt 16 Nationen stehen diesmal auf dem Programm.

Derzeit spinnen die beiden Wittener Prof. Jürgen Löchter und Nora Isabel Schreckenschläger den Faden der „Neuen Musik“ in der Ruhrstadt fort. Dabei knüpfen sie an das Werk des Wittener Komponisten Robert Ruthenfranz an.

Der 1905 geborene Ruthenfranz gründete die „Wittener Kammermusiktage“. Bis 1968 organisierte er dieses Festival, bevor daraus schließlich die „Wittener Tage für neue Kammermusik“ wurden. Inzwischen stellt der WDR die Intendanz.

Mit Jürgen Löchter, Komponist und Akkordeon-Virtuose, setzt sich seit 1958 ein anderer Wittener für die neue Musik in der Stadt ein. Nun widmet er einige seiner jüngsten Kompositionen der jungen Wittenerin Nora Isabel Schreckenschläger. Die Stücke „Drei Monographien“ und „Scherzo“ brachte sie bei der Vorstellung des neuen Kulturfördergesetzes durch Landtagsvizepräsident Oliver Keymis auf der Wittener Ruhrbühne zur Uraufführung. Ein weiteres Werk wird Schreckenschläger, die in Weimar Musik studiert, in 2015 zur Aufführung bringen: „Inquieto“ heißt dieser Tango Nuevo.

Zur Einstimmung auf das Festival lädt die Uni Witten zu der Tagung für neue Kammermusik in Witten namens „Spurensicherung“ am Freitag, 24. April, ein.

Auch wenn Komponisten moderner Kammermusik ein eigenes Werk schaffen, bewusst und unbewusst schleichen sich Spuren von Gegenwart und Vergangenheit ein. Und wenn ein Hörer sich auch noch so sehr anstrengt, er wird vermutlich nicht alle diese Spuren heraushören können. Wie gehen Musiker, Komponisten, Hörer und Kritiker mit der Unkontrollierbarkeit dieser Spuren um? Ist vollständige Durchsichtigkeit trotzdem ein Idealbild? Ist es die Aufgabe von Wissenschaftlern und Journalisten, Spurensicherung zu betreiben? Das sind die Fragen, die die Tagung von 9.30 Uhr bis etwa 15 Uhr in Haus Witten, Ruhrstr. 86, aufgreifen wird.

Weitere Informationen bei Dr. Alexander Jakobidze-Gitman, 926-820.

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