Wenn Studenten Schülern helfen

Schülerin Didem (13) und Student Lukas (21) sind ein Team. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Schülerin Didem (13) und Student Lukas (21) sind ein Team. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer
Der Verein „Rock your life“ unterstützt Jugendliche bei der Suche nach einer beruflichen Perspektive.

Witten.. Berufliche Perspektiven schaffen, eine Zukunft am Schulhorizont sehen. Das sind die Ziele des Vereins „Rock your life!“, den Studenten der Uni Witten/Herdecke gründeten. Schüler der städtischen Hauptschulen, mit denen das Projekt kooperiert, bekommen jeweils einen Studenten zur Seite gestellt, der ihnen bei der Vorbereitung aufs Berufsleben hilft.

13 Studenten aus unterschiedlichen Studiengängen treffen sich zum zweiten Mal mit 13 Schülern der siebten Klasse der Freiligrathschule, die an dem Projekt teilnehmen wollen. Die Paare haben sich zwar schon gebildet, dennoch sind gerade die Schüler noch etwas zurückhaltend. Schließlich sollen sie mit ihren „Coaching-Partnern“ die nächsten zwei Jahre aktiv gestalten. „Man muss sich aneinander gewöhnen. Die Motivation für das Projekt kommt dann noch“, meint Daniel Ixkis, einer der Gründer von „Rock your life! Witten“. Eigentlich sei das Projekt für Schüler ab der achten Klasse gedacht. Da der Verein aber erst kurz vor Ende des Schuljahres an die Schüler herantrat, nahm man kurzerhand die zukünftigen Achtklässler ins Boot.

Im November 2011 holten zehn Studenten der Uni Witten/Herdecke das bereits bundesweit bestehende Projekt nach Witten. Von da an gab es viel zu tun. Seminare mussten geplant, Studenten zum Mitmachen gefunden und Schulen angeschrieben werden. Seminare waren nötig, um die Studenten zum Beispiel auf den Umgang mit den Schülern vorzubereiten. Leonie Scupin, ehemalige Vorsitzende des Vereins, erklärt: „Die Studierenden erhalten über den gesamten Zeitraum professionelle Betreuung. In den Seminaren bekommen sie Hilfestellungen, wie man die Jugendlichen am besten unterstützt.“ Die Seminare sind ein Pflichtteil des Programms. Der wöchentliche Stammtisch, an dem sich die Studenten über ihre Erfahrungen austauschen können, ist dagegen freiwillig.

Lukas (21) studiert Philosophie, Ökonomie und Politik und hat die 13-jährige Didem als Partnerin bekommen. Eigentlich gibt es nur gleichgeschlechtliche Paare, aber aufgrund des geringen Jungenanteils unter den Schülern, haben Lukas und Didem zueinander gefunden. Eine Gemeinsamkeit haben sie sofort festgestellt: die Musik. Der Teenie und der Student singen gerne, nun werden sie vielleicht gemeinsam zum Mikrofon greifen. Weitere Gedanken hat sich Lukas nicht gemacht über die kommende Zeit. „Wir lernen uns gerade kennen. Alle zwei Wochen wollen wir gemeinsam etwas unternehmen. Ich hoffe, wir können beide voneinander profitieren.“ Besonders Didem stellt hohe Erwartungen an das Projekt. Die Chance auf eine gute Arbeitsstelle ist ihre größte Hoffnung. „Das klappt bestimmt, schließlich hilft Lukas mir jetzt auch mit den Hausaufgaben und er kann mich auf Berufe vorbereiten“, sagt die 13-Jährige.

Beim zweiten Aufeinandertreffen der Paare sollen Spiele Vertrauen schaffen und den Kontakt zueinander aufbauen. Falls es einmal mit den Partnern nicht harmonieren sollte, gibt es einen Notfallplan. Leonie Scupin: „Wenn der Schüler weitermachen möchte, versuchen wir einen Ersatzstudenten zu finden.“ Die Overbergschule nimmt ab dem kommenden Wintersemester an dem Projekt teil.

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