Wenn das Vergessen beginnt

Michael Vaupel
Licht ins Thema Demenz, das immer noch ein Tabuthema ist, will das „Stadtgespräch“ bringen. Gerade viele ältere Menschen sind betroffen. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Licht ins Thema Demenz, das immer noch ein Tabuthema ist, will das „Stadtgespräch“ bringen. Gerade viele ältere Menschen sind betroffen. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Witten. „Wenn das Vergessen beginnt. Leben mit Demenz in Witten“, so der Titel der Podiumsdiskussion am kommenden Dienstag ab 19 Uhr im Johannis-Gemeindezentrum, Bonhoefferstraße 10. Der Eintritt ist frei.

„Anlass für diesen Abend war unsere Feststellung, dass das Thema die Menschen drückt“, erklärt Bernd Neuser, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit der Ev.-Luth. Johannis-Kirchengemeinde. „Und nicht nur bei Angehörigen, sondern auch die Frage: wie erkenne ich, dass ich selbst dement werde und was kann man tun?“, so Neuser weiter. Das Demenz-Thema wird nun in der Reihe „Stadtgespräch“ behandelt, in der es beispielsweise schon um Burnout oder die Finanzkrise ging.

Moderiert wird der Abend von Elke Zeller, Koordinatorin der Pflegeberatungsstellen und der Demenznetzwerke des EN-Kreises. Auf dem Podium sitzen u. a. Ursula Beyling von „Mobile“, Entlastungsangebote für pflegende Angehörige, und Mariandl Bartz-Swienty vom Haus am Voßschen Garten. Dort hat Neuser schon Gottesdienste veranstaltet und festgestellt, dass demente Menschen „auf bekannte Lieder und Texte“ emotional positiv reagieren. Man müsse sie „nicht kindlich, aber einfach“ ansprechen. Auch für die pastorale Arbeit sei der Umgang mit dementen Menschen weitgehend Neuland, das es erstmal zu erkunden gelte, gab Dechant Dieter Osthus vom Dekanat Hagen-Witten zu bedenken, das Mitveranstalter dieses Abends ist.

Möglichst praxisnah soll es bei diesem „Stadtgespräch“ zugehen. Dazu soll auch Ursula Beyling beitragen. Neuser: „Sie ist ja Sprachrohr der Betroffenen und kann den Besuchern dieses Abends Fälle aus dem Alltag schildern.“