Wanne aus Stein soll bleiben

Abkühlung an heißen Sommertagen fand  Britta Sandmann als Kind in der steinernen Schrebergartenwanne. Obwohl die nun bröckelt, soll sie als Erinnerungsstück bleiben. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Abkühlung an heißen Sommertagen fand Britta Sandmann als Kind in der steinernen Schrebergartenwanne. Obwohl die nun bröckelt, soll sie als Erinnerungsstück bleiben. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer

Witten.. Hier riecht’s nach frischen Blüten, einige Meter weiter nach Würstchen vom Grill - Schrebergartenidylle hatte viele Facetten. Für Britta Sandmann (48) jedenfalls bedeutet der kleine Garten Heimat.

Im Schrebergartenverein Sonnenschein ist Britta Sandmann aufgewachsen. Ihr Vater übernahm die Parzelle bereits 1972. Seitdem hat der heute 80-Jährige einiges aufgebaut. Das Einzige, was von Anfang an erhalten blieb, war das kleine Häuschen aus weißem Stein.

Nun musste Britta Sandmann gemeinsam mit ihrer Schwester Ramona Behrndt (59) und ihrem Mann Michael (50) den Schrebergarten übernehmen. Denn der Vater hatte einen Schlaganfall und kann sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um sein Lebenswerk kümmern. „Wir hatten überlegt, ob wir den Garten weiterführen wollen. Aber er ist der ganze Stolz meines Vaters. Es würde ihn tief verletzen, wenn wir den Garten an fremde Menschen abgäben“, erklärt Britta Sandmann.

Auch die 48-Jährige verbindet viel mit diesem Ort. Früher haben sie und ihre Schwester immer hier gespielt und jeden Tag gemeinsam mit den Eltern verbracht. Als sie älter wurden, ließ der Besuch im Schrebergarten nach, besonders in den Teenagerjahren. Ein spezieller Höhepunkt ist und bleibt aber die kleine, steinerne Wanne in der Mitte des Weges, der von der Gartentür zum Häuschen führt. „Darin haben wir unsere halbe Kindheit verbracht, wenn heiße Sommer waren“, meint die 48-Jährige lachend. Heutzutage wäre das ein wenig schwierig. Das Becken bröckelt an manchen Ecken, deswegen muss es neu verputzt werden.

Überhaupt haben sich die Sandmanns anfangs kaum Gedanken darüber gemacht, was so ein Schrebergarten für eine Arbeit ist. „Und ich habe überhaupt keinen grünen Daumen“, erzählt Britta Sandmann. Dafür kann ihre Schwester gut mit Pflanzen umgehen. Was der Vater in dem kleinen Garten alles angebaut hat, weiß Britta Sandmann aber nicht. Boxerweibchen Biggie findet es gut, dass noch keine Beete angelegt sind. So kann sie ihren Spieltrieb voll ausleben und wird nicht zurückgepfiffen.

Ab und zu kommt auch der 80-jährige Vater vorbei, setzt sich in seinen Liegestuhl und genießt sein kleines Lebenswerk. Tipps hat er ebenfalls noch auf Lager: „Wann wir die Kartoffeln und Möhren einpflanzen müssen, das kann er noch gut erklären“, meint Tochter Britta.

Die Töchter von Britta Sandmann kamen auch oft vorbei, vor allem, als die Sonne so schien. Der 14 Monate alte Enkel hat sogar eine eigene kleine Hütte in dem Garten. Ob die Nachkommen das Lebenswerk des Opas später auch weiterführen wollen, weiß Britta Sandmann nicht. Die 48-Jährige meint: „Wir zwingen niemanden und schauen erstmal selbst, wie wir zurecht kommen. Aber die Wanne soll auf jeden Fall stehen bleiben.“

 
 

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