Viel Solidarität für Kobane

Es ist lebhaft im großen Saal der Werkstadt. Auf der Bühne steht ein Tembur, ein kurdisches Saiteninstrument. Dahinter werfen Scheinwerfer wechselweise farbiges Licht auf große Plakate. Diese erzählen von Kurdistan, von Kobane und den Menschen dort. Über allem schwebt ganz groß das Wort „Solidarität“.

Viele Menschen türkischer oder kurdischer Abstammung sind an diesem Tag gekommen. Die meisten von ihnen sind in Deutschland geboren und in der Region aufgewachsen. Das Schicksal ihrer Heimat lässt sie dennoch nicht los. Denn in der syrischen Stadt Kobane kämpfen Kurden seit anderthalb Jahren gegen die Truppen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Im Februar konnten Kurden und Syrer die Stadt zurückerobern. Ein Erfolg für sie, doch ein Großteil der Dörfer rund um Kobane und auch die Stadt selbst bieten ein Bild der Zerstörung. Um die Not zu lindern, organisierte Zülfü Altunok die Solidaritätsveranstaltung.

Er selbst lebt seit 45 Jahren in Deutschland, fährt aber regelmäßig mit Hilfsgütern in Krisenregionen im Nahen Osten. Während der Veranstaltung zeigt er die Bilder seiner letzten Reise nach Kobane. Zu sehen sind Zerstörung, Leid und Tod – aber auch Hoffnung und der beginnende Wiederaufbau spiegeln sich in seinen Dias wieder. Die Zuschauer leiden und hoffen mit. Und gemeinsam beleben sie an dem Nachmittag ein Stück der zerstörten kurdischen Kultur.

Untermalt wird das vielfältige Programm von insgesamt sechs Musikgruppen. Die Texte sind leidenschaftlich. So hat Romeo Frey, Sprecher der Montagsdemonstrationen in Witten, sogar ein eigenes Solidaritätslied gedichtet. „Kobane, Kobane. Kämpfer für die Freiheit. Unser Herz ist mit euch“, heißt es darin.

Spenden für die Kriegsopfer

Zülfü Altunok ist froh über die Unterstützung in gesungener, aber auch finanzieller Form. Er freut sich über die Solidarität des Publikums. Mit den Spendengeldern möchte er bald wieder nach Kobane reisen, um den Menschen direkt vor Ort helfen zu können. Sein Traum ist es, eine Prothesenwerkstatt für die Opfer des Krieges zu eröffnen. Dass dafür noch einige Spenden nötig sind, stört ihn nicht. „Die Menschen in der Region Kobane haben gezeigt, wie stark sie sind. Wir werden immer schauen, was wir Gutes für sie tun können. Sei es direkt vor Ort oder im fernen Witten.“

 
 

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