Viel Arbeit für neue Gerichts-Direktorin

Dr. Barbara Monstadt erhielt am am Montag, 24.11., die Ernennungsurkunde vom Präsidenten des Landgerichts Bochum, Hartwig Kemner.
Dr. Barbara Monstadt erhielt am am Montag, 24.11., die Ernennungsurkunde vom Präsidenten des Landgerichts Bochum, Hartwig Kemner.
Foto: WAZ/FotoPool

Witten..  Das grün-beige Mobiliar ist nicht so das Ding von Dr. Barbara Monstadt. Ansonsten aber hat die frisch gebackene Direktorin des Amtsgerichts ihren neuen Arbeitsplatz schon (fast) ins Herz geschlossen. Zumal es zur Begrüßung von den Kollegen selbst gebackenen Kuchen gab.

„Das ist so, wie man sich das in einem familiären Amtsgericht vorstellt“, freut sich die 53-jährige Mutter einer Tochter, die die Nachfolge von Bernd Grewer antritt und am Montag ihre Ernennungsurkunde erhielt. Grewer war Ende August in den Ruhestand gegangen.

Die Leitung eines überschaubaren Gerichts war der Traum der Richterin. „Hier hat man relativ schnell raus, wer die wichtigsten Ansprechpartner sind.“ Diese „Kennenlernrunde“ – zum Beispiel bei Stadt oder Anwälten – ist nun eine der Aufgaben, die die Sprockhövelerin angehen will. Bei anderem will sie sich erst mal zurückhalten. „Ich muss zunächst sehen, was wie läuft. Es wäre falsch, sofort etwas zu ändern.“

Besonders freut sich die 53-Jährige auf Leitung des Schöffengerichts. Da gehe es um „gewichtigere“ Fälle. „Außerdem mag ich es, mich mit Schöffen zu beraten.“ Ob sie streng sei? „Ich mache es mir nicht leicht, jemanden ins Gefängnis zu schicken“, antwortet sie diplomatisch. „Wichtig ist mir, Opfern und Tätern gerecht zu werden. Da muss man das Gleichgewicht finden.“

Die gebürtige Remscheiderin war einige Monate kommissarische Leiterin des Amtsgerichts Hattingen und Vize-Direktorin in Gelsenkirchen-Buer, wo sie viele Fußball-Hooligans verurteilt hatte. In den nächsten Monaten wartet in Witten auf sie reichlich Arbeit. Seit Ende August, als sich Bernd Grewer verabschiedete, wurden keine Strafsachen des Schöffengerichts mehr verhandelt. Die nächste Sitzung ist für Mittwoch, 17. Dezember, anberaumt.

Übrigens: Ganz unbekannt ist das Wittener Amtsgericht Barbara Monstadt nicht. „Während meiner Referendarzeit Ende der 80er war ich mal mit einer Akte hier.“ Jetzt ist es ihr neuer Arbeitsplatz.

 
 

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