Vhs-Kiosk wird zur ersten Adresse für Flüchtlinge in Witten

Lilo Dannert (links) freute sich über den großen Andrang bei der Eröffnung des Vhs-Kiosks an der Hauptstraße als zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge. Das Foto zeigt sie mit Elton, Manyola, Afderita,Vollosa,Mirella und Klea, Asylsuchenden aus Albanien..
Lilo Dannert (links) freute sich über den großen Andrang bei der Eröffnung des Vhs-Kiosks an der Hauptstraße als zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge. Das Foto zeigt sie mit Elton, Manyola, Afderita,Vollosa,Mirella und Klea, Asylsuchenden aus Albanien..
Foto: Fischer / FUNKE Foto Services
Vor Behörden wie dem Rathaus haben Flüchtlinge oft Hemmungen. Der Vhs-Kiosk nebenan soll nun eine zentrale Anlaufstelle für Asylsuchende werden.

Witten.  So voll war der Vhs-Kiosk an der Hauptstraße wohl nicht mal bei einem der Vhs-Konzerte: Migranten, Kirchenvertreter, Politiker und engagierte Bürger kamen am Mittwoch (17.12.) zur Eröffnung des „Help“-Kiosks, ein neues zentrales Beratungsangebot für Flüchtlinge.

Die Grünen haben die Anlaufstelle mit den kleineren Fraktionen von Bürgerforum, FDP, Piraten, WBG, Witten Direkt und Studenten der Universität Witten/Herdecke auf die Beine gestellt. „Wir verstehen uns als Netzwerk, um Hilfe anzubieten. Geld verteilen können wir nicht“, sagt Lilo Dannert, Grüne und Vorsitzende des Sozialausschusses. „Das haben wir nicht.“

Ein Platz im Sprachkurs, ein Bett oder ein Einkaufspate

Konkret sollen Asylsuchenden die Möglichkeit haben, zentral an wichtige Informationen zu gelangen. So soll bei Bedarf etwa dabei geholfen werden, einen Platz in einem Sprachkurs zu bekommen, aber auch Alltägliches wie ein Bett oder einen Paten, der beim Einkaufen oder Behördengängen hilft.

Sportvereine haben sich schon gemeldet und stellen – zunächst kostenlose -- Plätze in Kursen zur Verfügung. Ein Mann bietet Kanutouren an, ein anderer will sein Auto zum Möbeltransport zur Verfügung stellen. „Jeder kann mitmachen“, sagt Lilo Dannert.

Dreimal pro Woche geöffnet

Dreimal pro Woche soll die Flüchtlingsberatung angeboten werden: Montag und Freitag von 10 bis 13 Uhr und Samstag von 13 bis 16. Der Startschuss fällt an diesem Freitag. Die Initiatoren wollen den Help-Kiosk auch in den Ferien und zwischen den Jahren öffnen. Nur an Feiertagen bleibt er dicht. Durch den Flüchtlingsansturm in den vergangenen Monaten gilt das neue Angebot als besonders hilfreich, leben doch mittlerweile über 600 Flüchtlinge in Witten, darunter aus Krisenländern wie Syrien oder dem Irak.

„Wichtig ist, dass das Angebot sichtbar ist“, sagt Integrationsbeauftragte Claudia Formann. „Beim Rathaus haben Flüchtlinge Hemmungen. Das ist ,Behörde’.“ Immer wieder war auch aus der Verwaltung zu hören, dass man an den Rand der Überforderung gerät und nicht weiß, wie man die vielen Hilfsangebote aus der Bürgerschaft bündeln kann.

Sozialdezernent begrüßt Initiative

Wohl auch darum begrüßte Sozialdezernent Frank Schweppe die Initiative ausdrücklich, so könnten Angebote kanalisiert werden. Die Stadt hätte so etwas nicht leisten können: „Dafür habe ich keine Leute.“ Neben der Vermittlung von Sprachangeboten nannte Schweppe die Vermittlung von Unterkünften als größte Herausforderung. Die Macher des „Help“-Kiosks wollen ihren Beitrag leisten. Dannert: „Wir wollen ein respektvolles Miteinander erhalten und unser Angebot langfristig etablieren.“

 
 

EURE FAVORITEN