Unterbringung von Flüchtlingen: Stadt pokert um Gästehaus

Unterkunft im Gästehaus? Die Stadt würde in dem ehemaligen Gebäude der Uni Dortmund gerne
Unterkunft im Gästehaus? Die Stadt würde in dem ehemaligen Gebäude der Uni Dortmund gerne
Foto: FUNKE Foto Service
Die Stadt verhandelt wieder mit dem Land um die Unterbringung von Flüchtlingen in dem Bommerholzer Gebäude. Sogar ein Kauf ist nicht ausgeschlossen.

Das frühere Gästehaus der Uni Dortmund in Bommerholz als Flüchtlingsunterkunft – der Plan schien für die Stadt aufgrund scharfer Auflagen des Landes schon vom Tisch zu sein. Nun kommt wieder Bewegung in die Angelegenheit.

Die Stadt verhandelt nach Informationen unserer Zeitung seit Montag wieder mit der Besitzerin, dem Land NRW. Ziel ist dem Vernehmen nach, möglichst keine Rückbaukosten nach der Rückgabe des Gebäudes zu zahlen oder es zumindest in einem bestimmten Standard zurücklassen zu dürfen, indem etwa nur Wände gestrichen würden. Sogar ein Kauf durch die Stadt „zu einem günstigen Preis“ soll nicht mehr ausgeschlossen sein, wie unsere Zeitung erfuhr.

Rückbaukosten stoßen Verwaltung sauer auf

Derzeit ist das Haus noch für über eine Million Euro ausgeschrieben. Die Suche nach einem Käufer läuft schon seit Jahren vergeblich. Hinter den Kulissen dürfte sich damit ein Poker anbahnen. Nach dem Motto: Ihr bekommt es nicht los, dann verkauft es uns doch günstig. Vorteil eines Kaufs: Die Stadt müsste weder Miete noch Rückbaukosten tragen.

Eine weitere Option wäre die Nutzung auf Zeit – unter eben möglichst „renovierungsgünstigen“ Bedingungen. Seit einem Beschluss der Landtagsfraktionen von SPD und Grünen, der nun offenbar Anlass für die neuen Verhandlungen ist, ist die Nutzung von Landeseinrichtungen für Flüchtlinge durch Städte mietzinsfrei. Vorher hätte das Gebäude in Bommerholz die Stadt rund 50 000 Euro pro Jahr gekostet.

Nutzungsdauer wäre quasi unbegrenzt

Auch die Nutzungsdauer wäre für Witten quasi unbegrenzt. Vor dem Beschluss mussten Städte Landeseinrichtungen wieder räumen, wenn das Land es will. Aus dem Gästehaus von jetzt auf gleich ausziehen zu müssen, „war ein K.O.-Krieterium“, sagt Uwe Andresen vom Amt für Wohnen und Soziales. „So viele Flüchtlinge auf einmal kriegen wir nicht wieder unter.“

Eine Unterbringung in dem Gästehaus wäre für die Stadt ein Segen. In Witten leben 588 Flüchtlinge. Von ihnen konnten zwar 460 in Privatwohnungen untergebracht werden. In diesem Jahr werden aber 350 neue Asylbewerber erwartet. In dem Haus an der Bommerholzer Straße wäre Platz für 50, was laut Stadt bei so wenigen nicht wirtschaftlich wäre, „aber trotzdem noch sinnvoll“.

Lieber gleich 150 bis 200 Flüchtlinge unterbringen

Lieber würde man gleich 150 bis 200 Flüchtlinge unterbringen. Den dann nötigen Umbau würde die Stadt wohl leisten. Den Rückbau, der noch Bedingung des Landes ist, würde das hochverschuldete Witten nicht mehr tragen wollen. „Es wäre nicht finanzierbar, das Gebäude wieder umzubauen“, sagt Uwe Andresen. Das wäre etwa dann nötig, wenn die Stadt alte Betten aus den Wänden des alten Gästehauses entfernen und durch Hochbetten ersetzen müsste, um den Flüchtlingen Platz zu schaffen.

In diesem Fall würde die Stadt wohl auch eine Gemeinschaftsküche einbauen oder gar einen Kantinenbetreiber mit der Versorgung beauftragen („Dort oben haben wir keine Nahversorgung“). Auch die Küche müsste am Ende aller Voraussicht nach wieder entfernt werden. Und das kostet. Ob die Verhandlungen daran etwas ändern, soll sich in zwei Wochen zeigen.

Eine Unterbringung in dem Gästehaus wäre für die Stadt ein Segen. In Witten leben 588 Flüchtlinge. Von ihnen konnten zwar 460 in Privatwohnungen untergebracht werden, in diesem Jahr werden aber 350 neue Flüchtlinge erwartet. In dem Haus an der Bommerholzer Straße wäre Platz für 50, was laut Stadt bei so wenigen nicht wirtschaftlich wäre, „aber trotzdem noch sinnvoll“.

Kantinenbetrieb für Flüchtlinge?

Lieber würde man gleich 150 bis 200 Asylbewerber unterbringen. Den dann nötigen Umbau würde die Stadt wohl leisten, den Rückbau, der noch Bedingung des Landes ist, würde das hochverschuldete Witten nicht mehr tragen wollen. „Es wäre nicht finanzierbar, das Gebäude wieder umzubauen“, sagt Uwe Andresen. Das wäre etwa dann nötig, wenn die Stadt alte Betten aus den Wänden des alten Gästehauses entfernen und durch Hochbetten ersetzen müsste, um den Flüchtlingen Platz zu schaffen.

In diesem Fall würde die Stadt wohl auch eine Gemeinschaftsküche einbauen oder gar einen Kantinenbetreiber mit der Versorgung beauftragen („Dort oben haben wir keine Nahversorgung“). Auch die Küche müsste am Ende aller Voraussicht nach wieder entfernt werden. Und das kostet. Ob die Verhandlungen daran etwas ändern, soll sich in zwei Wochen zeigen.

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