Unter den Augen Che Guevaras

Jazz-Abend mit Indigo im Casa Cuba: Viele Gäste kommen aber nicht nur wegen der Live-Musik in die Bar am Rathausplatz. Foto: Jan Dinter/WAZ FotoPool
Jazz-Abend mit Indigo im Casa Cuba: Viele Gäste kommen aber nicht nur wegen der Live-Musik in die Bar am Rathausplatz. Foto: Jan Dinter/WAZ FotoPool
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Witten.. In Kuba zu Hause - das bedeutet frei übersetzt der spanische Ausdruck „Casa Cuba“. Davon spürt der Besucher der gleichnamigen Bar am Wittener Rathausplatz eine Menge - und das nicht nur, weil ein großes Che-Guevara-Bild an der Wand hängt.

In dem großen Schaufenster, das direkt auf den Platz zeigt, stehen sonst gemütliche Ledersessel um runde kleine Tische, auf denen Teelichter leuchten. An jedem letzten Samstag im Monat geben im Casa Cuba aber Jazz-Musiker den Ton an und lassen das Lokal aus allen Nähten platzen. Dann haben die Mitarbeiter der karibischen Bar alle Hände voll zu tun, um Cocktails zu mixen und Biere zu zapfen.

An einem solchen Abend ist an ein Durchkommen gar nicht zu denken. Unzählige sind gekommen, auch, aber nicht nur um die Band „Indigo“ zu hören. Tapfer schlagen sich die Kellnerinnen Merle (20) und Judith (24) dennoch mit bunten Cocktails in der Hand zu den Gästen im hinteren Nichtraucherbereich durch. Vor einem gigantischen „Havanna Club“-Bild sitzen Gäste wie Tom (18), die nicht nur kommen, wenn hier Livemusik zu hören ist. Ihm gefällt die entspannte Atmosphäre und der Umgang zwischen den Mitarbeitern und Gästen. „Außerdem gibt es hier echt leckeren Kaffee“, meint Tom, während er seinen Latte Macchiato trinkt. Normalerweise sitzt er im vorderen Bereich, wo gequalmt werden darf. Aber an den Jazzabenden darf nur im Nichtraucherbereich geraucht werden und andersherum.

Auf das familiäre Verhältnis zu den Gästen ist Mitarbeiter André Förster stolz. „Man kennt wirklich fast jeden Gast, der zu uns kommt, schon mit Namen. Dadurch entsteht einfach eine besondere Bindung“, so der 31-Jährige, der meistens hinter der Theke für Ordnung und zügigen Getränkeausschank sorgt.

Schon früher, als das Lokal noch Café Fritz hieß, war es gut besucht. Besitzerin Sabiah Ayda meint, dass es das heutige Casa Cuba fast nicht gegeben hätte. „Nachdem das Café Fritz dort rausgegangen ist, suchte man nach einer neuen Idee. Ich schlug das Casa Cuba vor, aber man riet mir von der Idee ab.“ Die Wittener würden das Konzept nicht annehmen, hieß es damals. „Aber ich konnte mich dann doch durchsetzen und bin froh, dass ich es getan habe“, sagt Ayda. Denn die Bar ist am Wochenende ab 21 Uhr immer rappelvoll.

Sabiah Aydas Gäste freuen sich ebenfalls, dass es die kubanische Bar gibt. Die 20-Jährige Lilly ist jeden Freitag und Samstag mit ihren Freunden in ihrer Stammbar. Vor allem der Cocktail „Cherry Colada“ hat es ihr angetan. „Der Geschmack von Kirsche und Kokos ist einfach der Hammer“, meint die Berufsschülerin. Ihr Lieblingsplatz ist auf der kleinen Erhöhung direkt neben der Theke. Von dort habe man den besten Überblick. „Außerdem kann ich dann immer sehen, wenn jemand auf der Damentoilette ist“, meint Lilly.

Demnächst soll es zu der Wittener Karibik-Bar noch ein Gegenstück in Bochum geben. Im Moment sind dort die Bauarbeiten im vollen Gange. Betreiberin Ayda meint: „Das zweite Casa wird dem Wittener Original nachempfunden, aber dennoch einen ganz eigenem Charme haben.“ Bleibt nur noch abzuwarten, ob es genauso beliebt wird, wie das Casa Cuba am Rathausplatz.

 

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