Tauchsportler hoffen auf großen Fang fürs Wittener Ruhrtal

Das alte Klärbecken soll überdacht werden, an den Turm schließen sich nach den Plänen Hotel, Gastronomie und Freiterrasse an. Grafik:GMF
Das alte Klärbecken soll überdacht werden, an den Turm schließen sich nach den Plänen Hotel, Gastronomie und Freiterrasse an. Grafik:GMF
Die Entwickler des 12-Mio.-Projetes auf dem Klärwerkgelände haben von den Banken einen Korb bekommen. Jetzt verhandeln sie mit anderen Kapitalgebern.

Witten..  Der Essener Tauchlehrer und Unternehmer Thomas Kromp (66) sieht weiter gute Chancen für den Bau des geplanten Tauchcenters auf dem alten Klärwerksgelände an der Herbeder Straße. Mit „sechzig zu vierzig“ gab er diese auf Anfrage unserer Zeitung an. Gerade stehe man in aussichtsreichem Verhandlungen mit einem Großanleger.

Zwölf Millionen Euro soll das Projekt im Vollausbau kosten. Die Pläne: Das sechs Meter tiefe Klärbecken (36 Meter Durchmesser) wird zum Trainingsbecken, der 21 Meter tiefe Faulturm (16 Meter Durchmesser) zum Tauchzentrum. Zusammen werden sie mit einer Gesamtmenge von 8,3 Millionen Liter Wasser zum weltgrößten Indoor-Tauchzentrum. Indoor bedeutet drinnen. Andere deutsche Tauchzentren liegen bei etwa drei Millionen Litern.

Um die Becken herum sollen ein Hotel, das Restaurant „Nautico“ mit Blick auf die Ruhr und zehn Blockhäuser für Abenteuerübernachtungen am Ruhrtalradweg gebaut werden, ergänzt durch Stellplätze für Wohnmobile und Auflademöglichkeiten für selbige.

Die Suche nach einem Kreditgeber habe sich in den vergangenen drei Jahren schwierig gestaltet, daraus macht Kromp keinen Hehl. „Das Risiko ist den Banken bei Hotels generell zu hoch und die Tauchbranche können sie nicht einschätzten.“ Zuerst hätten Banken von ihm und den beiden Mitinitiatoren 30 Prozent Eigenkapital gefordert, dann 40, dann sogar 50 Prozent. „Diese Belastung machte es dann für uns uninteressant“, sagt der Essener. Gleichzeitig sollten die Pläne auf 8,5 Millionen Euro abgespeckt werden, bei einer Halbierung von 40 auf nur noch 20 Hotelbetten. Dafür sollten dann auf Anraten der Ruhrtaltouristik 15 statt bisher zehn Holzhäuser gebaut werden.

„Ein potenter Partner“

Auf der Suche nach freiem Kapital spreche man deshalb jetzt mit Geldgebern, die nicht auf Banken angewiesen seien, so Kromp. Dabei geht es um Investoren, die bereit wären, das komplette Investment und auch Risiko zu übernehmen, die dafür aber statt der niedrigen Bankzinsen eine Jahresrendite zwischen fünf und zehn Prozent erwarteten.

Zur Zeit zeige eine Treuhandgesellschaft großes Interesse an dem Projekt „Ruhrtal“, sagt der Unternehmer. Möglicherweise stehe man mit ihr sogar schon kurz vor einem Abschluss. Es handele sich dabei „um einen potenten Partner, für den zwölf Millionen ein eher kleiner Betrag ist“. Dieser habe auch bereits klargestellt, dass für ihn nur der ursprüngliche Plan, nicht aber das abgespeckte Modell in Frage komme.

50 Arbeitsplätze im Ruhrtal

Thomas Kromp (66) ist selbstständiger Coach und als weiter aktiver Taucher Ausbildungsleiter beim Int. Aquanautic Club Essen. Die GmbH & Co. KG betreut 300 Tauschulen und 3800 Tauchlehrer weltweit. Einer seiner Partner ist die Dortmunder Gmf Ingenieurbau GmbH, die das Center bauen will.

Positive Machbarkeitsgutachtenhaben ein Hotelentwickler und der Gaststättenverband Dehoga ausgestellt. IHK, Stadtverwaltung und Landschafsverband (LWL) befürworten das Projekt. Es könnte 50 Arbeitsplätzebieten, davon zehn für Behinderte. Nähere Information auf der Homepage: www.tauchcenter-witten.de

 
 

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