Stausee beeindruckt Wirtschaftsminister

Mini-Radtour am Kemnader See: Monika Rüssler führt auf Inlinern die Gruppe rund um NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (li.) an.
Mini-Radtour am Kemnader See: Monika Rüssler führt auf Inlinern die Gruppe rund um NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (li.) an.
Foto: Funke Foto Services
Garrelt Duin machte auf seiner Sommerreise Halt in Kemnade. Das Freizeitzentrum schwärmte beim Besuch von neuen Ideen, um den Tourismus anzukurbeln.

Witten..  Das ist das Schöne: Wer mit einem Minister unterwegs ist, der darf auch mal Verbotenes tun – zum Beispiel mit dem Rad ein Stück auf der Ruhr-Inline-Bahn entlang fahren. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hatte den Kemnader Stausee ins Programm seiner Sommerreise aufgenommen, die zu touristischen Zielen in der Region führt. Und er staunt am Mittwochmittag nicht schlecht über das, was der See jetzt schon zu bieten hat – und was noch geplant ist: „Kemnade 4.0“ heißt das Konzept, mit dem die Freizeitzentrum Kemnade GmbH mittelfristig neue Perspektiven rund um den See entwickeln will.

Mit der im September 2014 eröffneten Inlinebahn jedenfalls scheint sie schon mal den Nerv der Bürger getroffen zu haben. „Ich rolle seit 21 Jahren um den See. Seit die Bahn erneuert wurde, macht das noch viel mehr Spaß und ist auch sicherer“, sagt Lutz Eisel (67), seit zwölf Jahren Mitglied im Bochumer Speedskating-Verein „Ruhrboss“. Er nutzte die Chance, Minister Duin auf Rollen zu begleiten. Auch Stefan Rieger, ebenfalls im Verein, war dabei. „Ich rolle jetzt in den Ferien täglich einmal die gut zehn Kilometer rund um den See“, sagt der 13-Jährige. Einig sind sich beide: „Der Asphalt ist jetzt viel schöner.“

Auch an einem bedeckten Tag ist gegen Mittag durchaus Betrieb am und im See. Spaziergänger und Surfer sind unterwegs. Eine Schafherde mäht die Uferwiese. Im Stranddeck genießen drei Mütter mit ihren Babys ein paar entspannte Stunden. Regelmäßig treffen sich die Bochumerin Carolin Hellwig (39) mit ihrem elf Wochen alten Sohn Karl, die Wittenerin Julia Kehr (30) mit Tochter Marlene (18 Wochen) und die Hattingerin Christina Betz (41) mit Marlène (sieben Monate) am See. „Weil’s hier ebenerdig ist und man mit den Kinderwagen nicht über Stock und Stein rumpeln muss“, sagt Carolin Hellwig. Und weil es kostenlose Parkplätze gibt und man nach dem Spaziergang noch einen Kaffee trinken gehen kann. „Der See ist ein großer Gewinn für die Region“, finden die Mütter.

„Der See ist Gold wert“, sagt auch Garrelt Duin, der zwar in Essen wohnt, aber noch nie hier war. Er lächelt: „Die im Ruhrgebiet leben, wissen meist nicht, was es alles zu bieten hat.“ Natur allein reiche jedoch nicht. Die touristische Infrastruktur müsse stimmen und da hat das Land immerhin die Inline-Bahn mitfinanziert.

Häfen sollen neu gestaltet werden

Kemnade 4.0 soll für weitere Verbesserungen sorgen. Das Konzept sieht vor, die Häfen Oveney und Heveney neu zu gestalten. Ideen gibt es viele: etwa Sitzstufen am Wasser, eine Boule-Anlage, Wasserspielplatz, Aussichtsplattform, moderne Promenade und schwimmende Gastronomie. „Wir prüfen auch die Übernachtungsmöglichkeiten und wollen die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbessern“, erklärt Franziska Weiße, Betriebsleiterin des Freizeitzentrums.

Langfristig verfolge das Konzept ein überaus ehrgeiziges Ziel: gemeinsam mit den anderen Freizeitzentren und Revierparks der Metropole Ruhr die Internationale Gartenbauausstellung 2027 ins Ruhrgebiet zu holen.

Die Reise geht also weiter, auch für den Wirtschaftsminister, der 17 Sehenswürdigkeiten in vier Tagen abklappert. Am Nachmittag steht eine Führung durchs BVB-Stadion und das Fußballmuseum an.

 
 

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