Stadt will Wittenern aufs Rad helfen

Mehr Wittener sollen künftig mit dem Rad zur Arbeit fahren können. Arbeitgeber könnten dazu beitragen, in dem sie Abtellmöglichkeiten und Umkleiden einrichten. Die beiden Wittener Krankenhäuser liegen fast direkt am Rheinischen Esel.
Mehr Wittener sollen künftig mit dem Rad zur Arbeit fahren können. Arbeitgeber könnten dazu beitragen, in dem sie Abtellmöglichkeiten und Umkleiden einrichten. Die beiden Wittener Krankenhäuser liegen fast direkt am Rheinischen Esel.
Foto: WAZ/FotoPool

Witten.  Für fünf Prozent aller Wege steigen die Wittener aufs Rad. Das ist mehr als vor 20 Jahren (3 Prozent), aber nur die Hälfte des Durchschnitts in Deutschland. Ein neuen Radverkehrskonzept soll mehr Wittenern aufs Rad helfen: 13 Prozent Radverkehr sollen es in zehn Jahren sein. Witten würde so bis 2025 zum dann erwarteten bundesweiten Mittel aufschließen.

Witten ist nicht Münster und liegt nicht auf dem platten Land. Trotzdem hält Andreas Müller, Verkehrsplaner bei der Stadt, dieses Ziel für realistisch. Zunächst einmal sei es wie bei Klimaschutz wichtig, sich überhaupt ein Ziel zu setzen, um sich diesem dann Schritt für Schritt zu nähern. Die Ruhrstadt sei zwar umgeben von Hügeln, so Müller, aber auf dem Ardey, dem Schnee und in den „Hölzern“ wohne auch nur ein geringer Anteil der Bevölkerung. Radfahren liege überall in Trend, auch durch den technischen Fortschritt. „In vier Prozent der Wittener Haushalte gibt es schon ein E-Bike.“

Das Radverkehrskonzept setzt an vielen Stellen an: Arbeitgeber sollen ermutig werden, Mitarbeitern wetterfeste und abschließbare Fahrradunterstände und auch Umkleiden zur Verfügung zu stellen. Dabei wird zum Beispiel an die beiden Krankenhäuser und an Bosch Rexroth gedacht, die alle direkt am Rheinischen Esel liegen. Wenn dieser endlich seine Brücke über die Pferdebachstraße bekommt, erhalten Arbeitsagentur und das Boni-Center nebenan auch ihr „Loch im Zaun“: Einkaufen mit Korb oder Fahrradtasche wird wieder schick.

Radwegenetz: heute 70 Kilometer

Gebaut hat die Stadt in den vergangenen 20 Jahren, was gefördert wurde: Radfahrstreifen (Wittener Straße) und Schutzstreifen (Johannisstraße) im Zuge ohnehin fälliger großer Umbaumaßnahmen. Solche Lösungen gelten seit dem Bundes-Verkehrsentwicklungsplan von 1994 auch als sicherer als eigene Radwege auf dem Bürgersteig.

Das „ideale“ Radwegenetz der Zukunft mit allen Lückenschlüssen rechnet Müller auf 100 Kilometer hoch. Heute gibt davon 70 Kilometer – 21 Kilometer vorrangig für den Alltagsverkehr, 49 Kilometer für den Freizeitverkehr.

Sechs Kilometer sollen in den nächsten fünf Jahren hinzukommen: in der Annenstraße (2015), am Bebbelsdorf, beim (weiteren) Umbau von Pferdebachstraße, unterer Ruhrstraße, Sprockhöveler- und Crengeldanzstraße. Für den Alltagsverkehr wichtig sind die Verbindungen zwischen Stadtteil und City. Ganz oben auf die Liste gehört Heven. Als Teil des Projekts Heven-Ost sind Verbesserungen angedacht, das wartet aber auf grünes Licht. Auch Radfahrer Andreas Müller weiß: „Eigentlich ist man in sieben Minuten da, aber die Herbeder Straße ist schrecklich“.

 
 

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