Stadt verkauft Goldschmuck

Susanne Tippel von der Stadt Witten zeigt einen Teil der Fundsachen, die nun online versteigert werden. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
Susanne Tippel von der Stadt Witten zeigt einen Teil der Fundsachen, die nun online versteigert werden. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt stellt erstmals über eine Privatfirma Fundsachen zur Versteigerung ins Internet.

Witten.. Dass die Stadt sich von drei goldenen Ringen - einer sogar mit einem Diamanten besetzt - sowie einem Goldkettchen, goldenen Ohrringen und etwas Silberschmuck trennen will, ist nicht der desolaten Haushaltslage geschuldet: Die Stadt stellt erstmals über eine Privatfirma Fundsachen zur Versteigerung ins Internet. Jetzt ist die Seite www.Sonderauktionen.net freigeschaltet, jeder kann sich die Wittener Fundsachen anschauen. Versteigert werden sie ab 28. Juni.

Die Auktion läuft - anders als etwa bei Ebay - als Rückwärtsauktion. Das Auktionshaus, das inzwischen für rund 80 Kommunen Fundsachen versteigert, stellt alle Objekte mit einem Schätzpreis ein. Für eine in Witten gefundene Herrenjeans, W56/L30, werden zum Start um 18 Uhr beispielsweise 30 Euro verlangt. Im Verlauf der Auktion sinkt der Preis bis zum 8. Juli, ebenfalls 18 Uhr, immer weiter, bis auf einem Euro - oder bis sie jemand vorher zum dann aktuellen Preis nimmt.

Der 585er Goldring mit Diamant startet mit 450 Euro. 200 Euro sollte er aber mindestens bringen, darunter gibt ihn das Fundbüro nicht her. Die Goldkette mit Anhänger geht für 200 Euro an den Start und endet bei 80 Euro. Und der fein gearbeitete 750er Goldring soll die Stadtkasse mit 150, mindestens aber 70 Euro füllen.

45 Positionen umfasst das Fund-Angebot der Stadt im Netz. Darunter natürlich das Übliche - Regenschirme, Sonnen- und Lesebrillen, 13 Jugend-, Damen-, Herren-, Trekking- oder BMX-Räder, fünf Posten Handys, diverse Bücher. Dreimal haben Herren irgendwo ihre Schuhe zurückgelassen - Größe 43 bis 47, alles zusammen ab 60 Euro. Ein iPod (ab 150 Euro abwärts) ist dabei, eine Handvoll Armbanduhren, ein Navigationsgerät (ab 80 Euro), ein Fahrradcomputer (ab 30 Euro).

Irgendwer hat zwei großformatige „Deutschland“-Fahnenaufkleber fürs Auto liegengelassen. Die gehen zusammen mit etwas Werkzeug und einem Hörbuch als Set für 30 Euro unter den Hammer. Wenn wir Europameister werden, tut das dem Verlierer bestimmt noch mal leid. . .

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