Stadt bekennt sich zu Kindergarten

Bleibt erhalten laut Stadt: der Kindergarten in Durchholz. Foto: Werner Liesenhoff
Bleibt erhalten laut Stadt: der Kindergarten in Durchholz. Foto: Werner Liesenhoff
Foto: WAZ

Witten. Die Stadt hat Anwohnern den Erhalt des Kindergartens in Durchholz zugesichert.

Beim Stadtteilforum Herbede ging es am Donnerstagabend (30.9.) in der Gesamtschule Hardenstein neben dem ungenutzten Wohnraum in Durchholz und Vormholz-Süd und der schwierigen Situation des Einzelhandels im Ortskern vor allem um den geplanten Abriss der Turnhalle und die Sorge der Anwohner um den städtischen Kindergarten.

Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke und der Erste Beigeordnete Frank Schweppe hatten zwischenzeitlich Mühe, die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Der geplante Abriss der Turnhalle sorgte für Diskussionsstoff. „Erst wird die Schule geschlossen, jetzt die Turnhalle abgerissen und als Nächstes ist wahrscheinlich der Kindergarten dran“, beschwerten sich einige Durchholzer. Schul- und Sozialdezernent Schweppe stellte klar: „Der Kindergarten wird erhalten bleiben. Zwar war im Gespräch, ob die Kirche ihn übernimmt, aber er bleibt definitiv offen.“

Die Turnhalle neben dem Kindergarten soll geschlossen werden, weil an ihr nach Angaben der Stadt kein öffentliches Interesse mehr besteht und sie nur vom Turnverein Durchholz genutzt werde. Als Alternative bekommt die Horst-Schwartz-Halle am Vormholzer Ring einen neuen Anbau. So könne der Durchholzer Turnverein ebenfalls dort einziehen, betonte Baudezernent Bradtke. Warum die Halle in Durchholz geschlossen wird, konnten die Anwohner trotzdem nicht nachvollziehen. „Bald haben wir gar nichts mehr bei uns. Aber Hauptsache, es werden Neubausiedlungen dort oben gebaut“, beschwerten sie sich.

Anwohnerin Bettina Bauer kritisierte einen erheblichen Leerstand in vielen Neubausiedlungen. „Die Stadt hat die Verantwortung, die Baugebiete zu verteilen und sinnvoll nutzen zu lassen. Das sieht man allerdings kaum in Witten und am wenigsten in Durchholz“, erklärte sie. Markus Bradtke hatte hierfür eine Erklärung. Da das Wohneigentum gesetzlich geschützt sei, liege es nicht in der Verantwortung der Stadt, zu kontrollieren, ob und wie der Bauträger die Fläche nutzt, sagte Bradtke. In Herbede und Umgebung gebe es zwei bis drei Prozent Leerstand, was völlig im Rahmen sei.

Die Entwicklung des Herbeder Zentrums interessierte besonders die Einzelhändler. Heike Moll vom Wäschegeschäft „Formschön“ ist nicht mit der Ausschilderung des Ortskerns zufrieden. „Wer die Meesmannstraße nicht kennt und von der Autobahn kommt, denkt, dass wir hier nur einen Supermarkt an der Wittener Straße haben und mehr nicht“, sagte sie aufgeregt. Die Vertreter der Stadt versprachen, sich mit diesem Problem zu beschäftigen.

Zu einer möglichen Erweiterung des Gerberviertels gab es von beiden Seiten nicht viel zu sagen. „Solange die drei Supermärkte vor Ort sind,, besteht kein Grund, das Gerberviertel mit einem weitern Supermarkt auszubauen“, erklärte Stadtbaurat Markus Bradtke. Man müsse allerdings den neu eröffneten Discounter in Heven beobachten, inwiefern er die Kaufkraft in Herbede beeinflusse.