Sieben Gläser Cannabis-Butter im Gefrierfach

Dass man Cannabis rauchen kann, ist jedem klar. Es sich aufs Brot zu schmieren, hatte selbst der vorsitzende Richter noch nicht gehört.
Dass man Cannabis rauchen kann, ist jedem klar. Es sich aufs Brot zu schmieren, hatte selbst der vorsitzende Richter noch nicht gehört.
Foto: dapd/Martin Oeser

Witten.. Eigentlich kam die Polizei nur wegen eines Rohrbruchs. Durch penetranten Marihuana-Geruch auf die Wohnung eines 41-Jährigen aufmerksam geworden, durchsuchte man dieselbige und fand einige Gläser selbst produzierter Butter aus Cannabis sowie vier Marihuana-Pflanzen.

Nun musste der Mann sich vor dem Wittener Amtsgericht verantworten.

Neben der Butter und den Pflanzen fanden die Polizeibeamten noch halluzinogene Pilze und einige Gläser mit getrockneten Blüten und Blättern der Cannabis-Pflanzen. Bei der Durchsuchung übersahen die Polizisten sieben Gläser Butter im Gefrierfach. Diese brachte der Angeklagte zur Verhandlung mit und übergab sie dem Vorsitzenden. Richter Bernd Grewer (62) lobt dieses Verhalten: „So zeigen sie wenigstens, dass sie von dem Mist nichts mehr wissen wollen. Das kann nur für sie sprechen.“

Warum der in Gießen geborene, gelernte Werkzeugmechaniker Marihuana anbaute, kann sich der Vorsitzende nicht erklären. Vor allem mit dem Hintergrund, dass der Angeklagte einen schwer körperlich behinderten Menschen pflegt. „Ich weiß immer genau, wann ich zu dem jungen Mann gehe, da wir vom Pflegeteam in drei Stunden Schichten arbeiten. Ich habe die Drogen nur an meinen freien Tagen genommen“, betont der Pfleger, der in seinem erlernten Beruf als Werkzeugmechaniker nie gearbeitet hat. Verkauft hat er die Drogen seinen Angaben nach niemals.

Seit 2006 konsumierte der Angeklagte nur noch Cannabis-Butter, rauchte aber keine Joints mehr. Mitte der 90er Jahre hatte der Drogenkonsum begonnen. „Ich wollte mein Bewusstsein erweitern. Deswegen habe ich auch die Pilze versucht. Aber chemische Drogen habe ich nie angefasst“, betont der 41-Jährige. Das Marihuana habe er bis 2006 eigentlich nur geraucht, um sein Didgeridoo spielen zu können. „Denn das Gras erweitert die Lunge und man hat mehr Luft zum Spielen.“

Da der Angeklagte keine Vorstrafen hat und gleichzeitig versicherte, keine Butter mehr herzustellen oder Pflanzen anzubauen, fiel das Urteil durch Richter Bernd Grewer mild aus: Ein Jahr und vier Monate Freiheitsstrafe ausgesetzt zu einer dreijährigen Bewährung. Grewer erklärt: „Unter besonderen Umständen wie dem sozialen Engagement des Angeklagten kann auch eine Freiheitsstrafe über einem Jahr zur Bewährung ausgesetzt werden.“

 
 

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