Sie spielen Cello auf Krankenhausfluren

Helge Antoni leitet das Seminar an der Uni Witten/Herdecke gemeinsam mit Amadeus Templeton.
Helge Antoni leitet das Seminar an der Uni Witten/Herdecke gemeinsam mit Amadeus Templeton.
Foto: Malcolm Crowthers
Die zwölf besten Nachwuchscellisten Deutschlands wollen sich beim Tonali Grand Prix in Hamburg messen. Was das mit Witten zu tun hat? Vorher machen sie einen Zwischenstopp an der Universität Witten/Herdecke (UWH).

Witten.. Bei dem dortigen Workshop sind sie keine Konkurrenten, sondern müssen zusammenarbeiten. Die Musiker, die vom 22. bis 24. Juni nach Witten kommen, sind zwischen 16 und 21 Jahre alt. An der UWH werden sie von den Dozenten Helge Antoni und Amadeus Templeton geschult. Die beiden Gründer des Tonali Grand Prix bieten die Seminarreihe „Kommunikationskompetenz für Musiker“ an der Uni an. Unter anderem sollen die Teilnehmer in diesem Fachgebiet unterrichtet werden. „Sie sollen nicht nur gut spielen, sondern auch quatschen können. Über die Musik zu sprechen, ist schwierig“, so Templeton.

Anderthalb Tage lang simulieren die Wettbewerbsteilnehmer Konzertauftritte. Sie müssen ihre Konkurrenten kritisieren, ihnen aber gleichzeitig auch helfen, besser zu werden. Ein besonderer Ausflug führt in das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Dort spielen die Cellisten ihre Instrumente auf den Fluren und in den Zimmern der Kranken. Templeton: „Natürlich sind wir dabei und die Patienten wissen Bescheid. Für die Teilnehmer wird das eine psychische Herausforderung, die sie bewältigen müssen.“ In den letzten Jahren war diese Aktion ein voller Erfolg.

Seit 2009 gibt es den Tonali Grand Prix. 10 000 Euro warten auf den Sieger am 25. August in Hamburg. Gefördert wird der Wettbewerb von der Mercator- und der Ursula-Kuhn-Stiftung. Deshalb kostet er für die Teilnehmer nichts. Der Grand Prix gehöre zu den schwierigsten Musikwettbewerben überhaupt, so Amadeus Templeton.

Am 24. Juni müssen die Musiker zunächst auf der Unibühne bestehen. Dann gibt es ein Abschlusskonzert mit zwölf Mini-Auftritten. Schließlich möchte jeder später einmal Solist werden.

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