Sehr viel Ruhe an der Ruhr

Packt gerne mit an: Für Herbert Anstötz ist der Campingplatz Steger an der Uferstraße zur Heimat geworden. Foto: Joachim Hänisch / WAZ FotoPool
Packt gerne mit an: Für Herbert Anstötz ist der Campingplatz Steger an der Uferstraße zur Heimat geworden. Foto: Joachim Hänisch / WAZ FotoPool
Foto: Haenisch / waz fotopool

Witten.. Das ganze Jahr verbringt Herbert Anstötz auf dem Campingplatz Steger an der Ruhr. Für ihn bedeutet der Blick über den Fluss Heimat. Und das, obwohl er aus Wuppertal kommt.

Mit einem Strohhut auf dem Kopf, einem kurzärmeligen Hemd und langer Jogginghose steht der 70-Jährige am Eingangstor des Campingplatzes. Leicht gebückt, befreit er die Wiese mit einem Rechen von losem Gras und überschüssigen trockenen Blättern. Ab und an verweilt er, hebt den Kopf und lässt seinen Blick über die Ruhr wandern. Herbert Anstötz hat auf dem Campingplatz Steger am Ende der Uferstraße seine zweite Heimat gefunden.

Der gebürtige Rheinländer wohnt eigentlich in Wuppertal. 1994 zog es ihn und seinen kleinen Wohnwagen, den er liebevoll „Ducky“ nennt, an den Fluss nach Witten. „Die Ruhe an der Ruhr ist das Größte für mich“, meint der 70-Jährige. Stillsitzen und die Füße hochlegen kann Herbert Anstötz dann aber nicht den ganzen Tag. Er arbeitet auf dem Campingplatz als „Mädchen für alles“, wie er sich selbst lachend nennt. „Alles, was so anfällt, erledige ich. Das mache ich gerne für den Peter, schließlich möchte ich auch einen wunderbaren Campingplatz haben.“

„Der Peter“ ist Peter Steger, Besitzer des Campingplatzes an der Uferstraße. Um 1911 ließ seine Familie sich hier nieder. Am Anfang gab es nur eine Fischerhütte, mittlerweile prägen 53 Campingwagen, eine Gaststätte und das Wohnhaus des 67-Jährigen das Bild an der Ruhr. Für Durchreisende sei auch immer schnell ein Plätzchen gefunden, so der Besitzer. Allerdings könne man Besuchern nicht lange einen Platz anbieten, da nur wenige, kleine Flächen frei sind.

„Manchmal kommen Radfahrer oder Paddler abends hier an und schlagen dann ihr Zelt für eine Nacht auf. Das ist schon okay“, erklärt Steger. Derzeit macht er die neun Boote, die man mieten kann, startklar für den Saisonauftakt. Um Ostern herum soll der Campingplatz soweit gesäubert und saniert sein, dass man wieder öffnen kann. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun. „Das Dach der Gaststätte muss noch abgespritzt und die Boote dann später zu Wasser gelassen werden. Dann schauen wir mal, was noch so ansteht“, so Steger.

Herbert Anstötz möchte seinen „Ducky“ auch noch herrichten für den kommenden Sommer. Ein wenig Moos und Spuren des Winters sind noch zu sehen auf dem eigentlich beigefarbenen Wohnwagen. Nachdem vor einiger Zeit seine Frau starb, kommt Anstötz alleine auf den Campingplatz. Vor drei Jahren hat er allerdings Zuwachs bekommen: Katze „Mausi“ leistet ihm nun Gesellschaft.

„Sie war eines Tages einfach da und wollte nicht mehr gehen“, so der 70-Jährige. Er kann es seiner Mausi nicht verübeln. Hat man doch vom Campingplatz aus das schönste Ruhrtal vor Augen. Und so meint er: „ Ich bin vom Rhein zur Ruhr gewandert und bereue es keine Sekunde. Hier ist nämlich alles perfekt.“

 
 

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