Schülerinnen sahnen im Geschichtswettbewerb ab

Große Freude im Ruhr-Gymnasium und im Stadtarchiv: Ronja Schmitz (15), Elif A. Akgündüz (15) und Hicran Demirel (14), Schülerinnen der neunten Jahrgangsstufe, erreichten mit ihrem Gruppenbeitrag „Juden und die damalige Synagoge in Witten“ einen Landessieg im Geschichtswettbewerb 2012/13 des Bundespräsidenten.

Schulleiter Ulrich Janzen, Studienrat und Tutor Dominic Hentrich und das Team des Stadtarchivs sind höchst erfreut über den Erfolg der jungen Frauen. Die Forscherinnen hatten mehrere Monate im Stadtarchiv Schrift- und Bildquellen ausgewertet, einen Zeitzeugen interviewt, sie waren auf Spurensuche in der Stadt, wirkten am diesjährigen Holocaust-Gedenktag mit und haben begonnen, die NS-Verfolgungsschicksale ehemaliger jüdischer Schüler des Ruhr-Gymnasiums zu ermitteln. Das Ergebnis war eine rund 40-seitige Arbeit, mit der sie nun einen Landessieg errangen.

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für Jugendliche in Deutschland und will ihr Interesse für die eigene Geschichte wecken, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein fördern. Seit Wettbewerbsgründung 1973 durch den damaligen Bundespräsidenten Heinemann und den Stifter Kurt A. Körber haben über 126 000 junge Menschen mit mehr als 25 000 Beiträgen an den Wettbewerbsrunden unter wechselnden Themenstellungen teilgenommen.

Ein Resümee der jungen Geschichtsforscherinnen: „Nach 1945 wurde in Deutschland eine Demokratie aufgebaut, in der wir ohne Probleme Freunde, Schulkameradinnen und Nachbarn sein können. Wie schnell sich das verändern kann, haben wir durch diese Arbeit gesehen. Somit muss jeder von uns für Demokratie eintreten und darf nicht wegschauen, wenn seine Nachbarn ,nur weil sie anders sind’ angegriffen werden.“

Nun erwartet die drei Ruhr-Gymnasiastinnen noch ein großer Moment: Am 15. Juli wird ihnen in einer Feierstunde im Haus der Geschichte in Bonn das Preisgeld in Höhe von 250 Euro überreicht. Und ein Rundgang durch das berühmte geschichtsträchtige Museum ist sicher auch noch drin.