Schüler setzen buntes Zeichen gegen Rechts

Das Zeichen der Vielfalt: Schiller-Schüler lassen Hunderte Luftballons in den Himmel steigen.
Das Zeichen der Vielfalt: Schiller-Schüler lassen Hunderte Luftballons in den Himmel steigen.
Foto: WAZ FotoPool

Manchmal sagt ein Bild mehr als Tausend Worte: Schiller-Schüler lassen über Hundert bunte Ballons in den Himmel steigen. Es ist ihr Zeichen für Toleranz. Das Gymnasium wurde kurz zuvor als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet.

Bis auf wenige Ausnahmen hatten die Schüler mit ihrer Unterschrift erklärt, sich gegen Diskriminierung einsetzen zu wollen. „Das Projekt ist ein guter Ansatz, gegen Alltagsrassismus vorzugehen“, sagt Christoph Beckmann (18). Leider gebe es immer noch Sprüche auf dem Schulhof wie „Du doofer Türke!“ Mit anderen organisierte er die gestrige Feier, bei der das Schiller-Gymnasium ausgezeichnet wurde.

Als Gregor Schnittker auf die Bühne tritt, gibt es tosenden Applaus. Viele hier kennen den 42-Jährigen als Moderator aus Radio und Fernsehen. Aber das ist jetzt egal. Schnittker ist einer von ihnen. Von 1981 bis 1989 besuchte er selbst das Schiller-Gymnasium. Jetzt steht er hier auf der Bühne. Schnittker ist Pate für das Projekt. Und er hat Rechtsextremismus selbst erlebt.

„Bei einem Schüleraustausch in Frankreich wurde ich mit ‘Heil Hitler’ begrüßt“, sagt der studierte Sonderpädagoge. Seine Worte machen Eindruck bei den rund 180 Schülern und Eltern.

Auf der Bühne setzen sie alle gemeinsam ein Zeichen für Toleranz. „Du sollst deine Augen öffnen, bevor du was sagst“, singt die Schüler-Band „Mild Würzig“ auf Englisch. In kurzen Beiträgen versprechen Jugendliche und Lehrer, braunen Gedanken entgegenzutreten: „Wir wollen aufeinander achten.“ Sie heißen Virginie, Hana und Mukendi, sie rufen es auf Französisch, Tschechisch und dem afrikanischen Lingala. Toleranz hat überall ein Zuhause.

 
 

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