Schnäppchen aus dem Internet

Susanne Tippel von der Stadt Witten präsentiert Fundsachen, die Online versteigert werden sollen. Foto: Uwe Möller
Susanne Tippel von der Stadt Witten präsentiert Fundsachen, die Online versteigert werden sollen. Foto: Uwe Möller
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Witten.. Der schönste Schnäppchenmarkt Wittens findet künftig im Internet statt: Fundsachen werden nicht mehr - wie bisher - im Ratssaal meistbietend versteigert, sondern personalsparend im Internet. Im Juni heißt es zum ersten Mal online: Drei - zwei - eins - meins!

Die Firma, die der Stadt die ganze Arbeit mit den Fundsachen abnimmt, hat bereits einschlägige Erfahrungen. Allein im Juni veranstaltet www.fundus.eu Fundsachen-Auktionen für Dortmund, Voerde, Hamm, Bedburg-Hau, Hörstel - und eben auch Witten. Für die Stadt ist das noch Neuland und ein Test, sagt Susanne Tippel, Leiterin der Bürgerberatung. „Die anderen Städte sind zufrieden und schon fast komplett zur Internet-Versteigerung übergegangen. Die örtliche Versteigerung ist sehr viel aufwändiger.“

Vor allem viel Personal wurde durch die Auktionen im Ratssaal gebunden - so schön und stimmungsvoll sie auch waren. Tippel: „Allein fünf Kollegen von der Stadtkasse und zwei aus der Bürgerberatung waren damit beschäftigt.“ Immerhin: So durchschnittlich um die 800 Euro kamen dabei immer zusammen. Geld, das sich die Stadt künftig mit den Onlinern teilen muss, denn die Firma erhält für jedes versteigerte Stück eine ordentliche Verkaufsprovision.

Und das funktioniert so: Auf www.sonderauktionen.net kann man sich die Wittener Fundgegenstände ab 31. Mai ansehen. Als da wären: zehn Handys, 13 Fahrräder, Taschen mit zum Teil ladenneuer Wäsche, Schmuck, den die Firma noch auf Echtheit prüft, Putziges wie eine pinkfarbene Handtasche, Nützliches wie ein naturnaher Wanderrucksack. Liegengebliebenes aus Bädern, Schulen oder Geschäften eben, dessen halbjährliche Lagerfrist abgelaufen ist und das damit herrenloses Gut wurde.

Ab 28. Juni, Punkt 18 Uhr, wird die Auktion freigegeben. Die läuft - anders als etwa bei Ebay - als Rückwärtsauktion. Das heißt: Die Ware wird zu einem Schätzpreis eingestellt, den der Betreiber festlegt. Beispielsweise 40 Euro für ein Handy. Dieser Preis sinkt bis zum Auktionsende am 8. Juli, ebenfalls 18 Uhr, von Zeit zu Zeit. Am Schluss gibt es das Handy dann für einen Euro - es sei denn, jemand hätte vorher zugegriffen und für zehn oder acht Euro auch schon ein Schnäppchen gemacht.

Geboten werden kann rund um die Uhr

„Die Ware muss dann innerhalb von zwei Wochen bei uns persönlich abgeholt und bar bezahlt werden“, erklärt Daniela Borsch, ebenfalls Leiterin der Bürgerberatung. „Was bei der Auktion übrig bleibt, wird wie bisher entsorgt.“

Nun sind Susanne Tippel und Daniela Borsch gespannt, ob der Erlös aus der Online-Auktion mit dem Gewinn aus der bisherigen Saalversteigerung mithalten kann. „Natürlich fehlt die Atmosphäre, das gegenseitige Sich-Hochschaukeln“, räumen sie ein. „Andererseits haben Nutzer im Internet viel mehr Zeit als die bisherige halbe Stunde, um sich die Sachen vor der Versteigerung anzusehen. Und sie sind nicht an die für manche Berufstätige ungünstige Versteigerungszeit gebunden.“ Denn geboten werden kann rund um die Uhr.

„Gefundene Schlüssel kommen übrigens nicht in die Auktion, sondern werden vernichtet“, sagen sie. Dabei würde es dafür doch bestimmt Interessenten geben. . .

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