Sasol nach Hamburg verkauft

Foto: WAZ

Witten.. Sasol hat sein Wittener Werk zur Herstellung von Fetten an das Hamburger Unternehmen Cremer verkauft. Alle 100 Beschäftigten sollen übernommen werden.

An der Arthur-Imhausen-Straße werden auf einem gemeinsamen Betriebsgelände mit Evonik Degussa - der Standort geht ursprünglich auf die 1905 gegründete Märkische Seifenindustrie zurück - seit Jahrzehnten über 250 verschiedene Fettspezialitäten, so genannte Oleochemikalien, produziert, vor allem für Kosmetika, den Pharma- und Lebensmittelbereich. Sasol Germany erklärt den Verkauf mit strategischen Gründen, die Sparte passe nicht mehr in die Geschäftsstrategie.

„Eigentlich haben wir da nie so richtig reingepasst“, erklärt Sasol-Betriebsratsvorsitzender Rainer Reddehase (46). Er beurteilt die Übernahme zunächst positiv. Die Cremer Oleo GmbH & Co. KG „macht ähnliche Dinge wie wir“. Die Interessen der Belegschaft sieht er durch eine Gesamtbetriebsvereinbarung mit Sasol, die weiterhin gilt, zunächst bis Ende 2013 abgesichert. Das Unternehmen sei schon mehrfach verkauft worden. Man gehörte zu Hüls, Condea (RWE) und seit zehn Jahren zu Sasol Germany. Den jetzigen Besitzerwechsel muss die Kartellbehörde noch absegnen.

Cremer Oleo gehört zu einer weltweit operierenden Unternehmensgruppe, der Peter Cremer Holding. Sie ist auf den Geschäftsfeldern Handel (Melasse, Stahl, Futtermittel, Getreide), Produktion (Mischfutter, Öle/Fette, Weiterverarbeitung von Bohnen) und Schifffahrt aktiv. Das Hamburger Unternehmen wurde 1946 als Getreidehandelshaus gegründet.

Es ist heute einer der bedeutendsten Lieferanten der Tierfutter- sowie Zucker- und Süßwarenindustrie. Die Cremer-Futtermühlen zählen mit einer Jahresproduktion von mehr als 650 000 Tonnen zu den bedeutendsten Mischfutterproduzenten in Deutschland. In der Übernahme sieht Cremer Oleo die ideale Ergänzung bei Pharma, Kosmetik, Food und technischen Anwendungen.

 
 

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